Werner Krämer

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Internationale Wirtschaft (tagesaktuelle Fakten und Trends): Themengebiete: Vereinigte Staaten (USA), noch als Leitwirtschaft, Energie/Umwelt/Rohstoffe mit Klimawandel, Deutschland, Europäische Union (EU) einschließlich Euro (€), Weltwirtschaftsordnung (WTO, IWF, Weltbank, BIZ, G8, G20 u.a., OECD, Unctad, UN, Foren). Aktuelles zu Ostasien ist auf der gleich lautenden Seite aufgeführt (Ostasien/Global, meist geteilt nach China und Japan, auch Infos zu Indien und Integrationen). Die meisten aktuellen Daten finden sich auf den Seiten "Economics" (basic, special) in Grün geschrieben mit der Theorie verbunden. Weitere aktuelle, analytische Artikel enthalten die Seiten "Fallstudie" und "Methode". Es sind auch einige Links zu Nachrichtenbörsen angegeben.  "Ich glaube, es ist vollkommen richtig: Wir müssen die Abhängigkeit von einer dominierenden Währung wie dem Dollar über die Zeit vermindern", Josef Ackermann, Ex-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, Ende des Jahres 2010. 

- In den Vereinigten Staaten (Vgl. auch USA, meinen Artikel unter Außenwirtschaft; oder zur aktuellen Politik Trumpokratie) rechnet man 2018 mit einem merklichen Aufschwung, schon allein wegen der kurzfristigen Wirkung der Steuerreform von Ende 2017 (Konjunktur, Konsum, Investitionen: alles boomt). Zwischen April und Juni 2018 stieg das BIP um 4,1% (auf das Jahr hochgerechnet). Aber die Handelspolitik könnte den Erfolg eindämmen. Ein Problem bereitet die Inflation, die im Januar 2018 auf 2,1% steigt. Im Mai 2018 steigt sie sogar auf 2,8%. Die Industrieproduktion ging 2016 langsam abwärts. Die Konjunktur nimmt somit kaum Fahrt auf. Maue US-Job-Daten lasen keine weitere Zinserhöhung zu. Es wurde eigentlich eine deutliche Belebung der größten Volkswirtschaft der Welt erwartet (schon April bis Juni 2014 4,2%; Konsum; im November 2014 Produktion +1,3%; allerdings Abschwächung des Wachstums im letzten Quartal mit 2,2%; das setzt sich im ersten Quartal 2015 mit - 0,7% fort). Der Wahlsieg von Trump löst Ende 2016 einen Push aus: Die Kurse an den Börsen steigen; der US-Jobmotor läuft auf vollen Touren (ALQ sinkt auf 4,6%). Viele neue Jobs (2 Mio.), niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Löhne. Obama hinterlässt seinem Nachfolger eine robuste Wirtschaft. Ende Januar erreicht der Dow Jones sogar ein Rekordhoch (über 20.000). Im Sommer 2015 verliert die US-Wirtschaft an Tempo (+1,5%). Nur die Konsumfreude ist ungetrübt. Die Entscheidung für Trump in den Präsidentschaftswahlen trübt zunächst die Finanzmarktindikatoren bis sie dann nach oben schießen. Der US-Einkaufsmanagerindex nimmt im Mai aber wieder zu. Als globaler Wachstumsmotor könnte die USA 2015 wieder auftreten (+2,7% 2015; 2,3% 2014; das BIP legt im 2. Quartal 2015 um 3,7% zu). Aber die Signale sind widersprüchlich (Lohnwachstum geringer, Konsum?, Kurs der US-Notenbank). So ziehen auch die Verbraucherpreise an (März 2014 1,5%). Im dritten Quartal 2013 wächst die Wirtschaft schon unerwartet stark um 2,8% (vor allem Lagerbestände).  Der US-Arbeitsmarkt läuft 2015 wieder auf Hochtouren (Januar 15 +257.000). Die ALQ liegt Ende 2015 bei 5,0%, also fast Vollbeschäftigung. Insgesamt hatte sie 2012 noch einen Schwächeanfall und schrumpfte erstmals seit dem Krisenjahr 2009 wieder um 0,1%. 2011 kam sie auch noch nicht richtig auf die Beine (im Juli 2011 steigen die Auftragseingänge aber wieder, im letzten Quartal 2011 überraschen positive Konjunkturdaten und Wachstum von 3%). Im Februar 2012 entstehen 216.000 neue Arbeitsplätze. Im Juni 2014 gibt es 138,5 Mio. Arbeitsplätze, so viele wie nie (aber die ALQ liegt noch bei 6,5%). Im September 2014 schaffen die Firmen 248.000 neue Jobs und die ALQ liegt bei 5,0% (Februar 2015 5,5%. Allmählich kommt die Wirtschaft der USA wieder auf Touren und erholt sich. Im ersten Quartal 2013 sind die Arbeitsmarktdaten enttäuschend. Ende 2013 ist die Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Einzelhandelsumsätze gehen zurück. Eine Rating - Agentur (S.&P.) stuft die Kreditwürdigkeit herab, was Turbulenzen an den Börsen auslöst. Die Rezession 2009 hat ihre Spuren hinterlassen: BIP-Wachstum -2,4%, Arbeitslosenquote 9,3%, Inflationsrate -0,3%, BIP pro Kopf 46.381 $ (Rückgang). Im Jahr 2010 betrug das Wachstum 2,9%. Hohe Arbeitslosigkeit und Probleme am Immobilienmarkt bremsen mehr Wirtschaftswachstum. Es handelte sich insgesamt um die schwerste Rezession seit 81/82. Im August 2010 und 2011 führen die pessimistische Konjunkturprognose der Fed und die schlechte Prognose der Weltwirtschaft zu einem Einbruch an den weltweiten Finanzmärkten. Im Herbst 2011 wird ein Konjunkturprogramm in Höhe von 450 Mrd. $ aufgelegt. Die Inflationsrate steigt auf 3,8%. 2013 liegt die Inflationsrate nur bei 1,5%. 2006 überschreitet die Bevölkerung die 300 Mio. - Grenze). Die ALQ stieg Ende 2007 auf 5% und erreicht im Dezember 2009 sogar 10,0% (höchster Wert seit 93, allein in den ersten 9 Monaten -4,1 Mio. Arbeitsplätze, seit Beginn der Krise 2007 über -8,4 Mio., ALQ 2009 9,4 %, für 2010 10,1 berechnet, im Januar 2011 aber Rückgang auf 9,0% mit sinkenden Löhnen). Deutliche Besserung Mitte 2011 und Ende 2011 (8,6% ALQ). Im Januar 2012 weitere Senkung auf 8,3%, im September 2012 sogar auf 7,8% (niedrigster Stand seit Amtsantritt Obama). Im Oktober steigt sie wieder leicht auf 7,9%. Dahinter stecken auch strukturelle Probleme (die Wirtschaftsstruktur ist dual). Auch das Produktivitätswachstum hat sich spürbar abgeschwächt, steigt im dritten Quartal 2009 wieder deutlich an.  Die Verschuldung der Privathaushalte ist 2009 auf über 13,3 Billionen $ gestiegen (Sparquote bei -0,7%, steigt allerdings rapide nach der Finanzkrise auf 4,6% Mitte 2009, 16% der Bevölkerung haben keine Krankenversicherung, 21,1% des gesamten Volkseinkommens verteilt sich auf 1% der reichsten Amerikaner). Das Haushaltsdefizit des Staates liegt 2009 bei -11,9% (2008: -3,2, 2010: -12,5, 1,6 Billionen $, 2012 16,1%). Die Gesamtschuldenquote liegt bei 102,9 im Jahre 2010. Einige Bundesstaaten stehen vor der Pleite (Kentucky, New York, Alaska). Die amerikanische Volkswirtschaft ist zu 70 Prozent vom Konsum abhängig, eine Achillesverse. Am 17.07.07 übersteigt der Dow Jones erstmals in seiner Geschichte 14.000 Punkte. Ende Juli 07 bricht er wegen der anhaltenden Immobilienkrise vorübergehend ein und treibt in der Folge weltweit die Börsenkurse nach unten (Hausverkäufe 2007 -26,4%). Nach der Insolvenz von Lehman Brothers kommt es zum größten Einbruch seit dem 11.09.01. Am 19.11.08 rutscht er unter 8000 und geht kontinuierlich gegen 7000. 2008 hat er insgesamt 34% verloren, der größte Verlust seit 1931. Am 14.10.09 geht er erstmals wieder über 10.000, was viele als Ende der Finanzkrise ansehen. Am 05.03.2013 erreicht er mit über 14.200 ein Allzeithoch (niedrige Zinsen, Ende der Finanzkrise, Konjunktur; später Mitte März sogar über 14.500). 2017 geht er sogar über 20.000, bevor er am 05.02.18 einbricht um 4,6% (Sorge um schnelle Zinswende). Die US-Staatsverschuldung steigt auf ca. 11 Bio. $ (92,4% des BIP, mit steigenden Zinsen wachsen die Schulden, HH-Defizit 2008 250 Mrd. $, -2,3%, 2009: etwa 1,85 Bio. $, -12%, 2010: 10,7%). Auch 2012 liegt das US-Haushaltsdefizit wieder über einer Billion $. Der Dollar hält weltweit noch immer ca. 65% der Reserven der Notenbanken. Der Kapitalzufluss aus den Erdöl exportierenden Ländern aus Nahost lindert das Defizit in der importlastigen Leistungsbilanz der USA. Hilfreich ist auch der deutlich schwächere Dollar, der US-Unternehmen einen Preisvorteil auf dem Weltmarkt gibt. Die Dollarschwäche belastet allerdings die Börsen. Die großen deutschen Firmen zogen sich von der New Yorker Börse zurück ("Cowboy-Methoden", auch zunehmend Insider-Handel, Daimler, Telekom, Bayer, Eon u. a.). 2014 zieht sich auch Siemens zurück. Die deutschen Firmen machten schlechte Erfahrungen mit dem Regelwerk. Außerdem sind die elektronischen Plattformen mittlerweile wichtiger. Mitte 2009 legt Obama eine Finanzreform vor. Weitere Aspekte folgen, z. B. Sonderabgabe der Banken. 2010 wird die Gesundheitsreform beschlossen. Die USA brauchen ein soziales Netz.  Bernanke wird für eine zweite Amtszeit nominiert, bleibt also US-Notenbankchef. Ab 2014 wird er von Janet Yellen (erste Frau auf dieser Position) abgelöst. 52 Mrd. Gewinn machte die Fed 2009, der höchste in ihrer Geschichte. 2013 sind insgesamt 2,75 Billionen $ in den Geldmarkt geflossen (jede Woche ca. 85 Mrd. $ für Staatsanleihen). Zahlungsbilanz und Sparquote verbessern sich 2010, aber eine Inflation droht. Im Februar 10 erhöht die Fed den Diskontsatz (um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75%). Immer wieder muss sie die Wirtschaft mit Geld fluten (November 2010 mit 600 Mrd.$ Kauf von Staatstiteln). Der private Konsum kommt nicht in Schwung, was auch am schwachen Arbeitsmarkt liegt (weiterhin düstere Aussichten). Die Abhängigkeit der deutschen Exportwirtschaft von der US-Konjunktur ist gesunken, weil zielstrebig Wachstumszentren in Mittel- und Osteuropa, im Nahen Osten, in Asien sowie Lateinamerika (vor allem Brasilien) erschlossen wurden. Der mögliche Zeitpunkt für die Zinswende 2015 hält die Kapitalmärkte in Atem (Fed lässt sich nicht in die Karten sehen). Am 16.12.2015 ist es dann soweit: Die Leitzinsen werden auf das Niveau von 0,25 bis 0,50 % erhöht. Eine weitere Erhöhung im September 2016 hängt von den Arbeitsmarktzahlen und weiteren Wirtschaftsdaten ab. Die leichte Erhöhung des Leitzinses durch die Fed kommt dann am 14.12.16 von 0,5 bis 0,75%. Der Wahlsieg von Trump bei der Präsidentschaftswahl lässt in vielen Politikfeldern Änderungen erwarten. Gravierend ist die neue Handelspolitik von Trump. Er führt eine reihe von Importzölle ein, die auch engste Verbündete treffen. Die anderen Länder antworten mit Retorsionszöllen. Es droht ein Handelskrieg. Anfang 2019 gibt es den längsten Shutdown des US-Geschichte. Bis zum 26.01.19 herrscht ein Haushaltsstopp (Mauerbau an der Grenze zu Mexiko).  "Die Rolle der USA als Leitwirtschaft der Welt ist langsam passe´ ", K. Kaldemorgen, Geschäftsführer DWS bis Anfang 2011. "Derzeit sind allein die USA das Zugpferd der globalen Entwicklung", Markus Kerber 2015, Hauptgeschäftsführer des BDI.

   Wüste Gobi (nicht mit Gabi verwechseln!) im Westen Chinas. Sie breitet sich stark aus und steht für eines der größten Umweltprobleme von der Fläche her. 2003 hat der Österreicher Bruno Baumann als erster Mensch allein die Wüste Gobi durchquert. Er lief ca. 500 km. Der Staub aus der Wüste düngt die Sierra Nevada.

- Die Rohstoffpreise sind Anfang 2019 durch Unsicherheit belastet. Insgesamt sind aber auf eher niedrigem Niveau: Rohöl, Industrierohstoffe, NE-Metalle. Sie waren 2015 und 2016 zurückgegangen. Auch der Erdölpreis ist stark gesunken. Dies gilt vor allem zu den vorher hohen Bezugspreisen: Die Agrarpreise, insbesondere Mais, Reis, Gerste und Weizen, Rohstoffpreisindex des HWWI 2010 +41,3%), vor allem der Erdölpreis, waren auf hohem Niveau (weil die Mengen immer knapper wurden und die Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern steigt; zusätzlich spekulative Elemente, Krisen wie in Libyen, politische Instabilität im Nahen Osten, Raffineriekapazitäten, Lagerbestände  und Anpassung relativer Preise, auch "Driving Season" in USA). Sehr stark sind die Preise für Strom, Gas und andere Brennstoffe in Deutschland gestiegen (2006 bis 2013 um 23,6%). Der Zuckerpreis explodiert nach einem Großbrand im brasilianischen Verladehafen Santos. Der Eisenerzpreis ist von 2003 bis 2009 um 400 % gestiegen (die Konzentration nimmt weiter zu: Kooperation zwischen BHP Billiton und Rio Tinto). 2010 steigt sehr stark der Baumwollpreis. Auch die Preise für Nickel, Zink, Platin, Silber, Phosphor und Kupfer sind sehr hoch (der Kupferpreis fällt 2015 um 25%). Im März 2010 steigen die Einfuhrpreise um 5% durch den Anstieg der Energiepreise. Alle Rohstoffpreise werden 2011 weiter steigen, wenn sich die Weltwirtschaft weiter erholt (z. B. Baumwolle, Kakao, Kaffee, Papier, Kautschuk, Mais). Da mittlerweile die Spekulation eine große Rolle spielt, fallen die Preise im Herbst 2011 stark (auch Rezessionsangst). Die Dürre in den USA und Indien treibt 2012 den Maispreis um bis zu 50% nach oben (starker Anstieg auch bei Soja und Weizen/+20%, auch der wachsende Fleischkonsum spielt eine Rolle). Der Erdölpreis stieg 2005 um 35%, 2006 um 19,5%, 2007 um 57%. Erstmals über 100$ (Allzeit - Höchststand 147,27$ pro Barrel=159 l) am 26.02. 08 (am 10.09.08 wieder unter 100$), am 31.12. 08 mit 36,24$ wurde ein Tiefpunkt erreicht, der zuletzt vor drei Jahren bestand. Der niedrige Preis ist durch die weltweite Rezession bedingt (auch volle Lager). Konjunkturhoffungen lassen den Barrel Mitte 09 wieder mehr als 50 $ kosten, auf zuletzt über 100 $ (Konjunkturerholung in China, kurzfristige Schwankungen durch Spekulation, Kältewelle in USA, Streit um Transitgebühren, Hilfspaket der US-Notenbank, Krise in Libyen und in ganz Nordafrika, Ölreserven und Abbau, Spannungen mit Iran und drohender Krieg wegen Atomrüstung). Die arabische Revolution treibt die Ölpreise auf 120$ zu und weiter auf den Höchststand 2008. Mitte 2011 sinkt er wieder stark (Abschwächung der Konjunktur erwartet, knapp über 80 Dollar). Dann geht er wieder aufwärts, vor allem gegen Ende 2011 auf weit über 100$. Die Krise im Iran treibt den Preis weiter nach oben (über 120 $, Benzinpreise an der Tankstelle so teuer wie nie, Konjunkturdaten aus China senken den Preis leicht). Aufgrund der schwachen Konjunktur sinkt er Mitte 2012 wieder auf 90$. Der Bürgerkrieg in Syrien und das drohende Eingreifen der USA führen im Sommer 2013 wieder zu einem Anstieg. Im August steigt der Rohölpreis und zusammen mit dem Euro-Kursverfall erreichen die Benzinpreise einen Höchststand. Anfang Oktober 2013 sind die  Preise auf einem Jahrestiefststand. Im März 2014 steigt der Ölpreis wieder deutlich an wegen der Krimkrise. Im Oktober 2014 liegen die Ölpreise bei 88,5 $ und drohen weiter abzurutschen, was sie auch bis Ende November tun unter 80$ (niedrigster Preis seit 4 Jahren mit 73$; es gibt "wilde Theorien": USA und Arabien wollen Russland in die Knie zwingen, Fracking soll von Saudi-Arabien bekämpft werden u. a.; die Opec senkt nicht die Fördermenge Ende 2014). Anfang Dezember sinkt der Ölpreis auf ein Fünfjahrestief (69,71 Dollar; dann sogar gegen 60 $; Anfang 2015 fast bei 50 Dollar und dann sogar unter die 50-Dollar-Marke; Februar 15 geht er wieder Richtung 60$). Von April bis Juni 2015 kostete im Schnitt ein Barrel 60 Dollar. Dann sinkt der Preis  unter 50$ (Konjunkturkrise in China, Brasilien und Russland; Angebot des Iran; manche Experten sehen einen Preisverfall auf 25$). Ende Mai 2016 geht der Preis wieder über 50$ (Rückgang der Lagerbestände in USA). Im April 2019 steigt der Ölpreis wieder rapide an (Ölsanktionen der USA gegen den Iran; über 80$?). Allein im Januar 2010 ist die Nachfrage in China konjunkturbedingt um 30% gestiegen. 2008 in der Krise geht erstmals seit 25 Jahren die Ölnachfrage zurück. Experten rechnen mittelfristig mit einer Verdopplung des Preises auf 200$ bis 2020. Die OPEC drosselt immer mal die Ölförderung, was meist wegen des Ausscherens Saudi-Arabiens wirkungslos bleibt (es stabilisiert den Preis, Ölgipfel). Ansonsten haben Krisensituationen (Algerien, Iran, Libyen, Syrien) und die US-Lagervorräte einen starken kurzfristigen Einfluss. Der Index für Rohstoffpreise steigt 2010 erheblich. Die Gaspreise sind innerhalb der letzten fünf Jahre um 50% gestiegen. Die Erdölkrise dürfte sich Ende dieses Jahrzehnts erst richtig zuspitzen (dann kann der Depletion Mid-Point erreicht werden, ab dem das Gesamtpotential abnimmt), zur Zeit gibt es hauptsächlich eine Lösung: Öl sparen (2007 -10%); das Mineralöl hat in D einen Anteil am Primärenergieverbrauch von 36,4%. Die Bundesregierung arbeitet an einem Energiekonzept, das bis 2020 reicht und den Anteil an alternativen Energien verdoppelt. Auf dem 20. Weltenergie-Kongress in Rom wird beim Energiebedarf bis 2050 mit einer Verdopplung gerechnet. Es findet ein Wettlauf um die im Meer lagernden Rohstoffe statt (ihr Wert wird auf 33 Billionen $ geschätzt). In Deutschland wird nach Erdöl in Wietze (bei Celle, seit 150 Jahren) und bei Landau gebohrt. Erdgas wird bei Clausthal gefördert. Diese Region in Niedersachsen ist das deutsche Zentrum der Bohrtechnik. Um den CO2 Ausstoß nach dem Kioto -Protokoll zu verringern (Klimawandel) sollen in Deutschland die Energiekonzerne von 2008 bis 2012 um ca. 15% reduzieren (ohne Überwälzung der Preise auf die Verbraucher) und die Industrie um ca. 1,5% (ursprünglich: 482 t, Bund: 465 t pro Jahr, EU: 453 t pro Jahr, NAP II). 2012 und 2013 steigen allerdings die CO2-Emissionen wieder an. Erstemissions-Zertifikate sollen kostenlos ausgegeben und erst ab 2012 versteigert werden. Es sollen weniger Zertifikate ausgegeben werden. Im November 2013 wird sogar eine große Menge vom Markt genommen, um den Preis hochzuhalten. Die regenerativen Energien profitieren vom hohen Ölpreis und sind ein Motor des deutschen Exports (vor allem Windkraftanlagen). Die Energiestrategie der EU vom Januar und März 2007 sieht bis 2020 eine mindestens 20prozentige Reduktion der Treibhausgase vom Niveau von 1990 und eine 20prozentige Deckung des Bedarfs durch erneuerbare Energien vor. Es muss noch eine gerechte Lastenverteilung zwischen den einzelnen EU-Ländern beraten werden. Als Grenzwert für die Auto-Emission werden 2007 bis 2012 durchschnittlich 130g pro Kilometer festgelegt. Die Fluggesellschaften werden ab 2012 in den Emissionshandel der EU eingegliedert.  Nach einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes wird sich bis 2100 das Klima bei uns und um 2-3 Grad erwärmen. Zu sehr pessimistischen Ergebnissen kommt auch der britische Stern-Bericht (N. Stern war Chefvolkswirt der Weltbank, 350 Mrd. $ Investitionen oder 7 Bio. Schaden). Der Welt-Klimarat prognostiziert in seinem Klimabericht vom Februar/ März/ April/ Mai 2007 eine Erderwärmung um 4 Grad bis 2100 und ein Ansteigen des Meeresspiegels um 59 cm. Dies wird verheerende Auswirkungen auf Pflanzenwelt, Tiere und Menschen haben. Ca. 8 Jahre bleiben, um gegenzusteuern.  Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm wird beschlossen, eine Nachfolgeregelung für Kioto bis 2009 zu finden (außerdem 50% CO2-Reduktion bis 2050). Am 22.01.08 verabschiedet die EU-Kommission ihr Klimaschutzpaket (u. a. CO2-Ausstoß bis 2020 um 20% gegenüber 1990 senken). Nach einer Studie des DIW 2008 treffen die Folgeschäden des Klimawandels die ärmeren Bundesländer härter. Im Mai 2008 findet in Bonn die UN-Artenschutz-Konferenz statt. Auf dem G8-Treffen 2008 in Japan (Toyako) einigt man sich darauf, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren. Auf der UN-Klimakonferenz im September 2009 sichern die USA und China zu, die Treibhausgase zu mindern, machen aber keine konkreten Zusagen. Ab 07.12.09 findet in Kopenhagen der Weltklimagipfel statt. Bis 2012 will die EU jährlich 2,4 Mrd. €  für Klimaprojekte in ärmeren Ländern zur Verfügung stellen. Es wird nur ein Minimalziel erreicht (nicht mehr als 2° Erwärmung bis Ende des Jahrzehnts). Die Nachfolgekonferenz fand Ende 2010 im mexikanischen Cancun statt. Ein verheerendes Erdbeben (9 Richterskala, Region um Sendai) und ein nachfolgender Tsunami führen zu einer Katastrophe in Japan. Zehntausende Menschen werden getötet. Hunderttausende sind ohne Wasser, Strom und Heizung. Vier von sechs Atomreaktoren in Fukushima sind betroffen, drei Blöcke drohen zu explodieren (am schlimmsten Block 2, Gefahrenstufe 7). Radioaktives Cäsium, Jod, Plutonium und Strontium werden freigesetzt, da die Kernschmelze eingesetzt hat. Bei Block 2 besteht ein Leck im Kabelschacht des Turbinengehäuses. Auch Nahrungsmittel und Wasser sind belastet (Grundwasser und Meerwasser sehr stark). Die Regierung gibt das Gebiet um Fukushima auf. Die Lage spitzt sich zu (Atomkraftwerk noch zu retten?); die Evakuierungszone wird erweitert. Die Wolke könnte auch Tokio erreichen, wo 35 Mio. Menschen leben. Die Atomdiskussion auf der ganzen Welt verschärft sich. In Deutschland wird ein Moratorium für die Verlängerung der Laufzeiten beschlossen, was zu einer vorläufigen Abschaltung von 7 Reaktoren führt. RWE reicht die Klage ein wegen der Abschaltung von Biblis. Nachbeben in Japan beschädigen weitere Atomkraftwerke. 2013 fallen immer wieder Kühlsysteme in Fukushima aus; Unmengen verstrahltes Wasser fließen immer noch ins Meer. Sowohl der Bericht des Club of Rom als auch "Living Planet" von WWF kommen 2012 zu dem Schluss, dass die Erde über ihre Verhältnisse lebt. Die Weltklimakonferenz Ende 2012 in Doha (Katar?) spiegelt die Probleme der Welt im Umweltbereich wider. Alles wird zeitlich verschoben. Vgl. auch Economics/ special/ Umweltökonomik. Im November 2013 findet die Weltklimakonferenz in Warschau/ Polen statt. Bis 2015 muss eine neue Regelung gefunden werden. Der Abschlussbericht bleibt unverbindlich (Umweltökonomik/ Global Government). Im Juni 2014 findet die globale Umweltkonferenz der UN in Nairobi/ Kenia statt. "Höhere Energiepreise in einem einzelnen Land können die Wettbewerbsfähigkeit sogar steigern, weil sie einen Anreiz zur Modernisierung der Wirtschaft darstellen", Dennis L. Meadows (erster Bericht des Club of Rom: Die Grenzen des Wachstums, 1972).

- Deutschland: Im zweiten Quartal 2019 geht das BIP um -0,1% zurück (Anzeichen für eine Rezession; im 1. Quartal noch +0,4%). Für 2019 erwartet die Bundesregierung nur noch ein Wachstum von 1,0% (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2019; die OECD rechnet mit nur 0,7%; SRW 0,8% revidiert, ebenso Wirtschaftsforschungsinstitute). Im 1. Quartal 2019 ist das BIP um +0,4% gewachsen (Bau, Konsum, Binnennachfrage). Für den Export häufen sich die Herausforderungen durch die Handelshemmnisse. Unter der abkühlenden Weltkonjunktur und dem Handelstreit leidet die Exportnation Deutschland. Nach zwei Boomjahren schwächt sich das Wirtschaftswachstum 2018 auf 1,5% ab. Die Exporte und die Industrieproduktion waren Ende 2018 zuletzt rückläufig. Die Wirtschaftsleistung scheint nachzulassen, ohne das Anlass zur Panik besteht. Im dritten Quartal 2018 sinkt das BIP erstmals seit drei Jahren um 0,2% (gegenüber dem Vorquartal; Rückgang des Exports). Für 2018 senken die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten die Wachstumsprognose auf 1,7%. Im ersten Halbjahr 2018 scheint sich Trumponomics schon auszuwirken. Das Wachstum wird schwächer (Ifo revidiert Wachstumsprognose für 2018 von 2,6% auf 1,8%; auch das RWI wird vorsichtiger; andere Institute folgen). Dann senkt die Bundesregierung ihre Prognose auch auf 1,8% (Belastung durch Handelskrieg). Doch die Industrie hat noch ein dickes Auftragspolster. Auch das BIP steigt im zweiten Quartal 2018 stärker als im ersten. Auch der Ifo-Geschäftsklima-Index steigt deutlich. Im ersten Halbjahr 2017 sorgt die gute Binnenkonjunktur für einen erneuten Anstieg des BIP (längster Boom seit 2008). Im Mai 2017 wachsen die deutschen Exporte sehr stark an. Im Herbstgutachten 2017 sagen die Experten, dass sich der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland 2018 fortsetzt (2017 1,9%). Die Bundesregierung hebt die Wachstumsprognose für das BIP 2018 im Januar 2018 auf 2,4%. 2016 wächst die deutsche Wirtschaft um 1,9% (2015: 1,7%, 2014: 1,6%). Die Brexit - Abstimmung in Großbritannien im Juni 2016 drückt die Wachstumsprognosen für Deutschland. Das Wirtschaftswachstum verliert tatsächlich im dritten Quartal an Fahrt. Eurokurs und Ölpreistief lassen auf einen Konjunkturaufschwung 2015 und 2016 hoffen (Prognose +2% 2016). Im ersten Quartal 2016 wächst die deutsche Wirtschaft um 0,7% (stärkstes Wachstum seit 2 Jahren). Schon zu Beginn 2015 wurde der Konsum zum stärksten Faktor (Insgesamt führt er 2015 zu einem Wachstum von 1,7%; auch der Bau treibt an). Die Wirtschaftsforschungsinstitute schrauben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 1,2% auf 2,1% (boomender Konsum, Rekordbeschäftigung, steigende Löhne, steigende Exporte wegen des günstigen Wechselkurses). Der Aufschwung in Deutschland könnte länger anhalten (Inlandsnachfrage, staatliche ausgaben für Flüchtlinge). Im ersten Quartal 2014 wächst das BIP relativ stark (0,8% zum Vorquartal). Im zweiten Quartal geht das BIP zurück (0,2%, weniger Exporte wegen der Krisen; weniger Investitionen; Probleme in EU-Kernländern).  Die deutsche Wirtschaft bricht ein (Herbstgutachten der Institute: nur noch 1,3% Wachstum 2014; Bundesbank: 2015 nur 1%; Regierung 1,5% 2015). Im Februar 2015 erhöhen einige Institute ihre Prognose für 2015 auf 2%. Im zweiten Halbjahr 2013 noch trugen der Private Konsum und der Wohnungsbau den Aufschwung). 2014 wird insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 1,5% errechnet (Lohnerhöhung und kräftigerer Konsum). Der stabile Konsum stützt die deutsche Konjunktur, ebenso der niedrige Ölpreis. Im März 2012 erreichten Importe und Exporte einen Höchststand, auch im Mai noch Anstieg um 4% (im Juni sinkt der Auftragseingang allerdings).  Auch sinkende Arbeitslosigkeit und privater Konsum (Sparen geht wegen €-Krise zurück) stützen den Aufschwung. Die weitere Entwicklung im Euro-Raum bleibt ein ernstzunehmendes Risiko. Im 2. Quartal 2012 gibt es gegen den Trend in Europa 0,3% Wachstum; im 3.Quartal +0,2% (Eurozone -0,1). Die OECD erwartet für 2013 ein Wachstum von 0,6% (am höchsten in der Türkei mit 4,1%, am schlechtesten in Griechenland mit -4,5%). Auch der Ifo-Index deutet auf einen neuen Aufschwung 2013 hin. Die Industrieaufträge steigen kräftiger als erwartet. Der Konsum rettet endgültig vor Rezession. Insgesamt legt das BIP 2013 um 0,4% zu (StBA). 2011 gab es insgesamt ein Wachstum von 3%. 2012 gab es eine Konjunkturabkühlung, keine Rezession (Wachstum 0,7%). Das Wirtschaftswachstum betrug übers Jahr 2010 noch 3,6% (höchster Wert seit Wiedervereinigung). 2009 ist die Wirtschaft noch um -4,9% geschrumpft (2404 Mrd. € BIP; StBA im Jan. 2010). Der Industrieumsatz hatte mit -17% 2009 den stärksten Rückgang in der Geschichte der Bundesrepublik. 2007 ist die Wirtschaft noch um 2,5 % gewachsen auf 2,42 Billionen € (2,7% 2006, reales BIP, Wachstum 2008 1,3%. Preisanstieg 2013 durchschnittlich 1,5%; Preisanstieg 2011 durchschnittlich 2,3%; 2010 durchschnittlich 1,1% (2009 durchschnittlich 0,4%, geringster Anstieg seit 1987; Preisanstieg 2008 durchschnittlich 2,6%, stärkster Anstieg seit 14 Jahren; 2007 +2,2%; 2006 +1,7%;+2,0% 2005); wieder +1,9% im Januar 2011, im Januar 2012 2,0% (April 2012 2,1%, August 2,1%, Oktober 2,0%, November 1,9%), im Juli 2013 1,9% (vor allem Lebensmittel); Erzeugerpreise 2011 + 5,7% (Energie, stärkster Anstieg seit 30 Jahren); Großhandelspreise um 5,9% 2010 (höchster Wert seit 30 Jahren) Einfuhrpreise +7,5% im Juli 2011, vor allem Lebensmittel, Rohstoffe und Energie. Sparquote 10,7% (ab Oktober 2011 Rückgang),  der Private Konsum stieg um 1,2% 2007. 2009 964 € Exporte, Importe 854 Mrd. € (2008 992,7 Mrd. € Exporte (X), 2007: 970 Mrd. €; 2006: 896 Mrd. €, + 14%); in den vergangenen 10 Jahren haben sich die X in D verdoppelt (Exportquote 47% 2007), die M stiegen um 80%, Importanteil der Exporte: 38,8%; damit belegt D hinter Exportweltmeister China vor den USA Platz zwei (wegen der Wirtschaftskrise hatte D den Titel 2009 verloren, im Januar 2010 brechen die Exporte um -6,3% ein); 75% in Europa; ca. 65% EU; ca. 10% nach Frankreich), Importe (M) 814,5 Mrd. € (770 Mrd. € 2007, 731,7 Mrd. € 2006; Holland, Frankreich, China und USA waren die  wichtigsten Importpartner), Handelsüberschuss + 199 Mrd. € (stärkster Überschuss gegenüber USA, Defizit gegenüber China und Japan); 2006 steigen die Importe (+50%, Energie) und Exporte (+25%) nach Russland am stärksten (vom Umfang her ist Polen in Osteuropa wichtiger). Im dritten Quartal 2009 steigen nur die Exporte nach China, alle anderen brechen ein (im ersten Halbjahr 2010 Anstieg um 55,5%). 2011 steigt der Export um 11,4% erstmals über eine Billion (1,06 Bio.). Die Neuverschuldung sollte 2009 bei 10,5 Mrd. €  liegen, niedrigstes HH-Defizit seit 1973 ( ursprünglich bis 2011 auf null, nach der Finanzkrise werden es allein 2009 48 Mrd. € (2010 3,3%, dann schrittweise Senkung in 5 Jahren auf den Stand von 2009, schon 2011 1,0%); das Defizitverfahren nach dem Stabilitätspakt wurde 2007 eingestellt; die größten Posten im Etat 2010 (319,5 Mrd. €) sind Arbeit und Soziales (143,2 Mrd. €), Bundesschuld und Verteidigung. 2007 erstmals nach der Wiedervereinigung Haushaltsüberschuss; in der Wirtschaftskrise brechen insbesondere die Steuereinnahmen der Länder und Kommunen ein). Gesamtschuldenquote 2007 noch 67% (1,5 Bio. €  2007, davon Länder 483 Mrd.; EU-Stabilitätskriterium 60%); die Staatsquote liegt bei 46,8%. Durch die Krisen klettern die Schulden 2010 auf 2,08 Billionen € und 83,2%, 2011 sind es 2,027 Billionen €. Die Schattenwirtschaft schrumpft 2011 auf einen Gesamtumsatz von 343 Mrd. € (13,4% des BIP). Die Schattenwirtschaft ging 2008 auf 14,2% des BIP zurück, 2009 wieder 16%. Die Arbeitslosenzahl lag für 2010 im Jahresdurchschnitt bei 3,24 Mio., 2011 bei 2,98 Mio.; 2009 im Jahresdurchschnitt bei 3,423 Mio. Arbeitslosen (West: 2,3; Ost: 1,1). Die Arbeitslosenzahl liegt im März 2015 bei 2,9 Mio. (6,8%; niedrigster März-Stand seit 24 Jahren; ALQ April 2015 6,5%; Juni 6,2%; Juli 6,3%; Oktober 6,0%). Im April 2016 ist die ALQ bei 6,3% (2,74 Mio.). Im Mai 2017 sinkt die ALQ auf 5,6% (AL unter 2,5 Mio.). Ende 2014 erreicht die Zahl der Erwerbstätigen den höchsten Stand mit 42,6 Mio. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt im Durchschnitt 2011 noch bei 41,041 Mio. (2008 bei 40,35 Mio.), Anstieg gegenüber 2006 um 1,8 Mio. ( 72,5% im Dienstleistungsgewerbe; neue Jobs vor allem in den Dienstleistungen und beim Bau), die Erwerbsquote beträgt 70% (bis 2050 sind 11 Mio. Menschen weniger im Erwerbsalter). Erstmals seit der Wiedervereinigung gibt es im September 2013 über 42 Mio. Erwerbstätige (Ende 2013 41,84 Mio. Erwerbstätige). Nach der Weltwirtschaftskrise sinkt die Erwerbstätigen-Zahl 2009 unter 40 Mio. (39,9 Mio.). Die Krise treibt die Arbeitslosenquote, die Schuldenquote und die Sparquote weiter in die Höhe. Es sank seit 2005 stark die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: -400000, für 2006 gab es erstmals nach längerer Zeit wieder einen Anstieg (+ 317.000, jedes vierte Unternehmen hat bis Ende 2007 neue Stellen schaffen (über 600.000 offene Stellen); seit 2000 ist die Zahl der geringfügig Beschäftigten um 30%, der Teilzeitbeschäftigten um 13% gestiegen, 4,7% aller Beschäftigten hatten 2004 mehr als einen Job; Ende 2010 waren 900.000 Menschen über Zeitarbeitsfirmen (Leiharbeiter) beschäftigt; 2006 sind 155.300 Menschen aus D abgewandert - so viele wie nie - . Die Reallöhne sind in den letzten sechs Jahren um 1,6% gesunken (2004 - 2009), 2006 sind die Nettolöhne real auf niedrigstem Stand seit der Wiedervereinigung; die Arbeitskosten sind 2000 bis 2004 unterproportional angestiegen, mit durchschnittlich 28,5 € pro Arbeitsstunde liegt D 2009 im Mittelfeld in Europa. Am 21. 01. 08 geht der DAX als Folge der Finanzmarktkrise wieder unter 7000 (- 7%). Er hat im Jahre 2008 -40% verloren. Am 06.10.08 kommt es zu einem weiteren Crash (-7%, vorübergehend unter 5000) mit anhaltender Abwärtsbewegung. Im Herbst 2008 nähert er sich immer mehr 4000 nach unten, und stagniert Ende 2008, bis er am 23.02.09 unter 4000 sinkt, sich dann wieder erholt und gegen 5000 geht. Ende 2009 übersteigt er die psychologisch wichtige Marke von 6.000, im Dezember 2010 die Grenze von 7000. Im April 2011 erreicht er wieder ein Dreijahreshoch. Im August 2011 verliert er in einer Woche wieder über 1000 Punkte (Schuldenkrisen), geht sogar wieder unter 6000, bevor er sich wieder erholt (es bleibt aber turbulent, wieder Einbruch von 6% am 18.08.11, 05.09.11 und 23,09. um 5%, sogar zweimal unter 5000, auch 04.10.).  2012 werden wieder 7000 Punkte angestrebt; allerdings führt die Eurokrise im Juni 2012 zu einem Einbruch unter 6000. 7000 wird kurzfristig wieder im August 2012 erreicht und dauerhafter im September (Anleihekäufe der EZB, positives Urteil des Bundesverfassungsgerichts). Mitte Dezember 2012 erreicht der DAX ein Fünfjahres-Hoch (7627); ein neues Hoch wird mit 7835 im Januar 2013 erreicht, das dann am 08.03.13 mit zeitweise über 8000 gesteigert wird. Am 17.04.13 fällt der DAX auf ein Jahrestief (180 Punkte, Computer?). Am 07.05.13 erreicht erschon wieder ein Rekordhoch (seit 25 Jahren, 8206, sogar über 8300 einen Tag später, dann über 8500, weitere Steigerung im September 2013 über 8600 und 8700, Rekordwert über 9000 im Oktober 13). Im Dezember 2013 erreicht er den Allzeit - Höchstwert von über 9500. In Anbetracht der Krim-Krise und schlechter Daten aus den USA geht er im März 2014 unter 9000. Ende Mai 2014 nach der Europa- und Ukraine-Wahl wird ein Allzeit - Hoch von über 9900 erreicht, das am 05.06.14 nach der weiteren Leitzinssenkung sogar über 10.000 geht (auch im Januar 2015 nach der Aufgabe der Kursbegrenzung des Franken). Eine Verschärfung der Krisen in der Welt treibt den Index im August 2014 vorübergehend wieder unter 9000. Er erholt sich zwischendurch mal wieder, aber weltweite Konjunktureinbrüche (auch in Deutschland) lassen ihn im Oktober 2014 wieder unter 9000 fallen (am 27.10.14 größter Tagesverlust seit einem Jahr). Ende Januar 2015 nach der Ankündigung des Staatsanleihenkaufs durch die EZB erreicht er ein Allzeithoch mit 10.800; im März 2015 sogar 12.000. Vor der drohenden Staatspleite Griechenland am 29.06.15 verliert er fast 500 Punkte (in der Folge geht er nach unten wegen des Börsesturzes in Shanghai). Nach den weiteren Aktienstürzen in China nach dem 04.01.16 fällt der DAX unter 10.000 Punkte. Am 08.02.16 fällt der DAX sogar unter 9000 Punkte (schlechte Aussichten in der Weltkonjunktur; er fällt dann weiter auf 8700; Bankwerte). Am 24.10.16 erreicht er wieder ein Jahreshoch mit über 10.800. Das wird übertroffen im Dezember 2016 nach der Beibehaltung der expansiven Geldpolitik der EZB und den Ankündigungen von Trump. Der DAX steigt über 11.000 und hält sich dort (Kursrallye), zumal die Fed noch den Leitzins leicht erhöht. Für 2017 erwarten viele Experten wieder 12.000. Die erreicht er dann wieder im März 2017 (12.067,19 am 02.03.17) und steigt weiter im April 2017 auf das Rekordhoch von 12.455 nach der Frankreichwahl. Am 16.10.17 schließt der DAX erstmals über 13.000. Infolge des Kursrutsches an der New Yorker Börse am 05.02.18 sinkt auch der DAX wieder (aber nicht unter 12.000). Am 03.04.19 erreicht er ein Jahreshoch mit 11.954 (Entspannung bei Brexit und Handelsstreit China, USA, auch M-Dax auf Hoch). Dann geht es allerdings weiter runter auf ein Zweijahrestief (unter 11.000, Einbruch um 3,5% im Dezember 2018, Verhaftung der Huawei Finanzchefin). Insgesamt besitzen nur noch 3,5 Mio. Deutsche Aktien (niedrigste Quote aller Industrieländer, in den USA besitzt jeder Zweite Aktien). Bis 2018 steigt die Zahl aber auf 10,06 Mio. infolge der langen Niedrigzinsphase. Ausländische Investoren halten 2009  52% an DAX - Aktien; Spitzenreiter Bayer AG mit 82,2%). 2014 liegt die Zahl der Aktionäre um eine halbe Million. Durch die lange Zeit fehlender Erträge des Sparbuchs und ähnlicher Anlagen steigt die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanleihen auf 10,3 Mio. 2018. 370 Mrd. € verloren die 30 DAX-Unternehmen seit dem Höchststand Mitte 2007. Die Bundesregierung richtet einen Schutzschild für alle Banken ein. Die Struktur des deutschen Bankensystems mit dem Geschäftsbankenmodell und den drei Säulen "Private Banken", Öffentlich-rechtliche Banken" und "Genossenschaftliche Banken" trotzt relativ gut der Weltfinanzkrise. Trotzdem müssen auch deutsche Banken gestützt (Landesbanken, Hypo Real Estate) oder verkauft werden zum Schleuderpreis (IKB). Trotzdem erhält die IKB 2009 noch Finanzspritzen. Der Bund übernimmt 2009 die Mehrheit an der Commerzbank, die Deutsche Post wird Großaktionär bei der Deutschen Bank. Es werden 500 Mrd. € als Sicherheit für die Banken zur Verfügung gestellt, um das Vertrauen wiederherzustellen (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Soffin, bis Ende 2009 befristet). Der Interbankenmarkt ist praktisch tot. Die Dienstleistungsbranche überwindet ihre Schwächephase und schafft auch Arbeitsplätze (2007 +450.000, 7,4 Mio. Erwerbstätige), mittlerweile hat die Informationstechnologie - Branche den Maschinenbau an Bedeutung überholt (es fehlen aber 20.000 Experten). Aufgrund der US-Immobilienkrise, des hohen Ölpreises und des starken Dollars ist das Wirtschaftsklima schlechter geworden. Zwei Quartale hintereinander schrumpft das BIP, Deutschland ist in einer Rezession. Konjunkturprogramme der EU und Deutschlands sollen entgegenwirken. Unter anderem sollen Investitionen, vor allem in Infrastruktur, vorgezogen werden. Ein zweites Programm wird für Anfang 2009 bereitgehalten (Verkehrswege, Schulen und Bildung, bis 50 Mrd. €  09/10; die Bundesländer haben noch zusätzlich eigene Programme in Höhe von 9 Mrd. €). Seit März 09 geht der Ifo - Geschäftsklima - Index wieder permanent nach oben.  Im Juli 2009 steigen Auftragseingänge und Exporte (2,3%) und Importe an, dieser Trend setzt sich fort (September 09 3,8%). Auch die Stimmung im Mittelstand wird besser (aber weniger Gründungen, mehr Insolvenzen, langsamere Erholung). Niemand schließt aber zur Zeit einen W-Verlauf in naher Zukunft aus (wahrscheinlich U). 2010 bringt eine Erholung, aber keinen richtigen Aufschwung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex geht auch mal wieder nach unten. Im Januar 2013 zeigt er deutlich den Aufschwung an. Im Juni 2010 beschließt die Bundesregierung ein Sparpaket, das 80 Mrd. € in vier Jahren bringen soll (Gestaltungsziele fehlen). Im Oktober 2010 folgt ein kleines Steuerpaket: mehr Tabaksteuer, weniger Ökosteuer. Die große Koalition bleibt auch nach der Wahl 2017. Sie hat aufgrund der soliden Finanzlage, gute Gestaltungsmöglichkeiten. "Ich weiß, dass die Deutschen stolz darauf sind, dass sie Exportweltmeister sind. Aber das macht sie sehr anfällig für wirtschaftliche Schwierigkeiten im Rest der Welt", Jim O´Neill, Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs.

- Die Europäische Union (vgl. auch EU) hat im August 2013 die längste Rezession ihrer Geschichte überwunden (leichtes Wachstum in Deutschland und Frankreich, am positivsten in Estland, am negativsten in Zypern). Für 2014 prognostiziert die EU in ihrem Herbstgutachten 1,4% Wachstum. In der Eurozone rechnet die EU-Kommission mit einem Wachstum von 1,2% für 2014. Die Deflationsgefahr ist aber noch nicht gebannt. Sie steht schon im Herbst 2011 am Rande einer Rezession, die bis 2013 anhält. Diese verstärkt sich 2012. Vor allem in den Südländern schrumpft die Wirtschaft dramatisch. Wegen der Schuldenkrise traut die EU-Kommission den 17 Euroländern 2012 nur noch 0,5% Wachstum zu, tatsächlich werden es dann doch wohl 1,5%. Die EU-Kommission rechnet ursprünglich für 2013 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3% (schwache Entwicklung in Frankreich, Spanien und Italien). Im dritten Quartal rutscht die Eurozone offiziell in eine Rezession (-0,1%). 2013 erwartet die EU-Kommission 0,4% Wachstum (Eurozone -0,1%). Die EU der 27 hatte 2011 sogar ein Wachstum von 1,6% (2009 ein Wachstum von -4 % (2008 von 1,0%, 2006 2,8 %, Eurozone: 2,7%, 2010: 1,8% EU). Die Arbeitslosenquote liegt im April 2012 bei 11%, im Oktober 2012 in Euroland schon bei 11,7%. Sie lag 2009 noch bei 8,5%. Im Juli 2015 erreicht die Arbeitslosenquote in den 19 Euroländern mit 10,9% den niedrigsten stand seit fast dreieinhalb Jahren. Die durchschnittliche Inflationsrate betrug in der EU 2008  2,0% (Spanien mit 4,3% am höchsten); im November 2009 0,6% (erstmals Anstieg seit längerer Zeit; Juni 08 betrug sie noch 4%, Juni 2009 -0,1%, im September 2011 steigt sie auf 3,0% (beharrt hier im Oktober), sinkt im Februar 2012 auf 2,6%, Erzeugerpreise aber 5,3%), die Arbeitslosenquote lag bei 9,5% im Mai 09. Ende  2012 lag die Arbeitslosenquote bei 11,7%.  Zu Beginn 2013 geht sie leicht zurück. Das Haushaltsdefizit der EU betrug 2009 -6,8% (2010: -7,2, 2011 -6,5%). Europa ist stark von dem Strudel der US-Krise betroffen.  In Österreich und Finnland entwickelt sich 2011 wie in Deutschland die Konjunktur sehr positiv. Österreich ist inzwischen 2015 aber auf die Kriechspur geraten, weil das Land dringend Strukturreformen braucht. Die Niederlande, Italien und Tschechien schrumpfen in der Wirtschaftskraft 2011. Zum 01.01.2010 hatten die 27 EU-Staaten erstmals mehr als eine halbe Milliarde Menschen. Deutschland ist größter Nettozahler (zahlte 2008 7,8 Mrd. € mehr ein als es bekam, trägt 19,6% aller Beitragszahlungen, die sich nach dem BIP richten). Ca. ein Drittel allen EU-Extrahandels geht auf Deutschland zurück. Die Pläne der EU, eine eigene Steuer einzuführen, lässt sich nicht durchsetzen. Italien entwickelt sich zum Sorgenkind in Euroland und koppelt sich vom Wachstum in der EU und in der Welt ab (größtes Problem stellen die hohen Lohnstückkosten dar, Schlusslicht von den 30 führenden Industrieländern bei der Wettbewerbsfähigkeit). Es gerät in eine Stagflation. Folge sind 1,9 Billionen Schulden (120%) und eine Herabstufung durch S&P zu A. Italien muss ein Sparpaket machen. 2016 geraten die Banken Italiens außer Kontrolle, die auf hohen faulen Krediten sitzen. Der Staat muss eingreifen (die EU toleriert Rechtsbrüche). 2013 macht das Patt mach der Wahl Europa Angst. Die Reformen der neuen Regierung versanden 2014: BIP seit 2004 -3,5%; ALQ 12,3%; Entwicklung der Industrie seit 2007 -23,4%. Im Herbst 2014 macht die Regierung ein Reformwerk (Korrekturen am Staatshaushalt). Für 2015 wird nach längerer Zeit wieder ein Wirtschaftswachstum erwartet (+0,6%). In Großbritannien zeigen sich Mitte 2009 zwar positive Signale für die Wirtschaft (-4,75% 2009, +0,9% 2010), aber die Rezession hält an (Haushaltsdefizit 2010 -12,9%, ALQ 2009 8 %) . Eine höhere Sparquote der privaten Haushalte schnürte dem bedeutenden Dienstleistungssektor den Hals ab. 2010 droht GB ein ähnliches Schuldendesaster wie Griechenland. Das Pfund stürzt ab, die Arbeitslosenzahlen steigen stark an, das Wachstum ist mau. GB steht auch 2012 am Rande einer Rezession. Die Gräben zwischen Arm und reich werden größer (auch sonst ist das Land gespalten: Schotten, Europa-Freunde und Gegner). 2013 zeichnet sich ein Aufschwung der Wirtschaft ab (aber Abhängigkeit von privatem Konsum und Staatsausgaben). Am 18. September 2014 findet ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands statt. Die Nationalisten holen immer mehr auf. Die Regierung ist auf ein Ja zur Unabhängigkeit wenig vorbereitet. 2014 erreicht GB ein Rekordwachstum mit 2,8% (höchste Wachstum unter den klassischen Industrienationen der EU). Am 7. Mai 2015 wählt Großbritannien (auch wichtig für das geplante Referendum 2016). Die Briten stimmen für den Brexit. Brexitfolgen bremsen das britische Wachstum. Der Reformkurs der irischen Regierung zahlt sich 2015 aus. Kein anderes Euro-Land wächst so kräftig. In Frankreich wächst die Wirtschaft nur mäßig und erreicht ein Rekord-Handelsdefizit, die Probleme wachsen insgesamt. Das Haushaltsdefizit beträgt 2009 -7%, 2010 -8,2% (2013 will man wieder auf 3,0% kommen). Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch (23%), die Arbeitslosenquote liegt insgesamt 2013 bei 12%. 2014 liegt sie noch bei 10,5%. 2012 soll ein Reformpaket kommen (Erhöhung Mehrwertsteuer, Senkung Sozialabgaben, Finanztransaktionssteuer). Prognose der OECD für 2013: Verschuldung 108,2; Defizit 3,4%; Wachstum 0,3%. Man einigt sich 2013 auf eine Arbeitsmarktreform (mehr Flexibilität). Anfang 2014 verordnet der Staatspräsident Hollande einen Sparkurs: Staatsausgaben senken, Steuern senken (aber noch 3,9% Defizit 2014; 2015 4,3%; Gesamtverschuldung 97%). Im Januar 2015 steigt die Arbeitslosigkeit auf einen neuen Höchststand (3,5 Mio.) Die EU gibt dem Land weitere zwei Jahre Zeit, um sein Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. 2016 steigt die ALQ auf 9,9%, die Staatsverschuldung auf 96,8%, das Wirtschaftswachstum liegt bei 1,25%. In Spanien bricht der Immobilienmarkt 2007 ein, auch der Baubereich sinkt rapide. Damit beginnt eine Wirtschaftskrise. der Arbeitsmarkt funktioniert nicht richtig. Im Jahre 2009 gab es 19% Arbeitslosenquote (2010 bei 20%), negativ ist auch das enorm hohe Außenhandelsdefizit mit 10% des BIP. Das BIP ist auf Talfahrt. Den Sparkassen steht das Wasser bis zum Hals, alle Banken sind angeschlagen (16,5% des Geldes der EZB). Das Land ist in Stagnation. Mehr als 20% der Spanier rutschen 2011 unter die Armutsgrenze. 2012 legt das Land ein radikales Anti-Krisenpaket auf (geringeres Haushaltsdefizit, Steuererhöhungen, weniger öffentliche Investitionen). Die Arbeitslosenquote steigt 2012 auf 25%. Spanien muss unter den Rettungsschirm. Im Herbst 2013 bringen der Export und der Tourismus Spanien aus der Rezession (aber noch 5,6% Defizit 2014). 2014 erholt sich Spanien schneller als erwartet (1,4% Wachstum, 2015: 2,0%). 2015 wird Spanien zum Vorzeigeland in Europa. Es hat die Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangt (BIP +2,5% 2015 als Prognose). Tatsächlich wächst das BIP von April bis Juni 2015 schon um 1% (stärkster Anstieg seit 2007). Auch 2017 setzt sich der positive Trend fort. Im Oktober 2017 setzt das Spanische Kabinett Kataloniens Regierung ab (wegen Rebellion).  Hollands Wirtschaft hat die schwere Rezession von 2003 endgültig überwunden und boomt ab 2006. In den skandinavischen Mitgliedsländern boomt die Wirtschaft nach frühzeitiger Liberalisierung trotz hoher Staatsquote und hoher Steuern (z. B. Schweden: Wachstum +4,7% 2006). Polens Wirtschaft profitiert erheblich von der Mitgliedschaft: Wachstum 2006 5,8%.  In Irland bricht die Industrieproduktion wegen der hohen Exportabhängigkeit von 47% mit -12,3 % am stärksten ein. Die Arbeitslosigkeit steigt 2009 auf 10%, der Haushaltssaldo auf -11%. Aber die Iren stimmen dem Lissabon-Vertrag der EU zu. 2010 wird es schwierig die hohen Schulden zurückzuzahlen. Griechenland steht Ende 2009 vor der Staatspleite (135% Staatsverschuldung, 12,7% HH-Defizit, 24.003 € pro Einwohner, ALQ 9,3%). Die EU stellt 2010 die Haushaltspolitik Griechenlands unter Aufsicht und macht konkrete Auflagen (letzte Stufe des Defizitverfahrens, bis 2012 HH-Defizit von 13,6% auf unter 3%). Die Euro-Zone wird Griechenland Hilfen geben (IWF 30 Mrd. €, EU 80 Mrd. €, davon D 22,4 Mrd. €, 2010 110 Mrd. € Finanzbedarf). Eine Euro-Anleihe mit 5 Mrd. € kann im März erfolgreich platziert werden. Im Mai muss die EU eine Nothilfe von 80 Mrd. € (bei Standard & Poor`s verliert es seine Kreditwürdigkeit) für den Bedarfsfall bereitstellen. Die wirtschaftlichen Rahmendaten sind katastrophal (2010: Wachstum -4,5%, ALQ 12,6%, Gesamtverschuldung 143%, Neuverschuldung 10,5%). Auch anderen europäischen Staaten wie Portugal, Spanien und Italien (120% Verschuldung) drohen Risikoaufschläge bei ihren Staatsanleihen. Portugal kann seinen Staatshaushalt nicht finanzieren und schockt die Finanzmärkte (Herabstufung der Bonität durch Fitch und Standard & Poor`s). Im April 2011 muss das Land unter den Rettungsschirm. Das  Land steckt auch tief in der Rezession fest. Schuldenprobleme haben auch Lettland, Irland und besonders Ungarn. In Irland steigen die Gesamtschulden von 25 auf 75% durch die Bankenrettung (auch deutsche Banken sind mit durchschnittlich 20% beteiligt). Im Mai 2010 muss die EU einen Stabilisierungsmechanismus einrichten mit 750 Mrd. €. Polen hatte mit 1,7% als einziges EU-Land 2009 eine positive Wachstumsrate; gefährdet aber durch die Aufwertung des Zloty den Aufschwung. Im EU-Budget steckt wegen falscher Prioritäten (Landwirtschaft mit Anteil von 43%, Struktur- und Regionalhilfen 35,6%) immer ein Sprengsatz. Die Agrarsubventionen werden so im Nov. 08 umgeschichtet; 2013 folgt eine weitere Reform (Kopplung der Förderung an Umweltauflagen). Nach der Finanzkrise 2008 legt die EU ein Konjunkturprogramm in Höhe von 200 Mrd. € auf. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien fahren auch eigene Programme. Dabei taucht immer wieder der Vorwurf des Protektionismus auf (vor allem gegen Frankreich). Nach dem Sozialbericht der EU sind 19 Mio. Kinder - jedes fünfte - von Armut bedroht. Die Agrar-Importzölle sollen auf Druck der WTO und der USA um über 47% gesenkt werden; die EU, USA und Kanada wollen China vor der WTO verklagen, um den Autoproduzenten einen leichteren Zugang zum chinesischen Markt zu verschaffen (unzulässige Importzölle); die EU-Kommission (Regierung der EU, Kommissionspräsident Barroso und 27 Kommissare) verhängt ab Herbst 2006 die nächsten fünf Jahre Schutzzölle auf Billigschuh-Importe aus China (16,5%) und Vietnam (10%, fast 2/3 der Schuhimporte kommen aus diesen Ländern, Verlängerung Herbst 2008 wegen Subventionsvorwurf). Ab April 2011 laufen diese Zölle aus. Bei chinesischen Bügelbrettherstellern sollen Strafzölle vermieden werden. Ende 2007 laufen Import-Quoten für bestimmte Kleidungsarten aus China aus und werden verlängert. Die EU droht China wegen gesundheitsgefährdender Produkte mit einem Einfuhrverbot für bestimmte Güter (Spielzeug, Zahnpasta, Medikamente). Sie erwägt auch auf Druck der europäischen Stahlkonzerne Anti-Dumping-Verfahren gegen chinesische Stahlunternehmen (wenig Aussicht auf Erfolg, da Produktion unter Herstellungskosten nachgewiesen werden muss; eher Schutzzölle). Im Ende September 2008 erlässt die EU ein Importverbot für chinesische Milchprodukte. Wegen des Importverbots für amerikanisches Geflügel kommt es zum Streit mit den USA. Im September 2009 verhängt die EU Strafzölle auf Alufolie und nahtlose Stahlrohre(17,7 bzw. 39,2%). Es droht ein Handelskrieg. Im Oktober 2009 schließt die EU ein Freihandelsabkommen mit Südkorea, das am 01.07.2011 in Kraft tritt. Verhandlungen über Freihandelsabkommen gibt es mit Indien (seit2007) und mit den USA (seit 2013). Ab 1. Juli 2012 verhängt die EU ein Ölembargo gegen den Iran. Die verbindlichen Umwelt- und Sozialstandards haben Modellcharakter. Ende 2010 schließt die EU ein Zollabkommen mit Russland. Im Herbst 2012 prüft die EU europäische Dumping-Vorwürfe gegen die chinesische Solarbranche (verbotene Subventionen der Staatsbanken). 2013 werden Strafzölle gegen die chinesischen Solarimporte verhängt. China antwortet mit Zöllen auf Stahlrohre und Chemie-Importe. Rumänien und Bulgarien wurden ab 01. 01. 2007 Mitglieder (mit Schutzklauseln). Ab 2012 soll Kroatien das 28. Mitglied werden; der Beitritt erfolgt dann ab 01.07. 2013. Spätestens Anfang 2014 sollen auch die Beitrittsgespräche mit Serbien beginnen (mit Türkei offen). Auf dem Gipfeltreffen der EU im Juni 2007 in Brüssel wurde ein neuer EU-Vertrag ausgehandelt: "hoher Vertreter" für Außen- und Sicherheitspolitik, Einführung des Euro für alle EU-Länder, größere Rolle des Europaparlaments, neue Stimmengewichtung nach der Bevölkerungszahl ab 2014. EU-Handelskommissar Mandelson will mit goldenen Aktien (besondere Privilegien, Vetorecht) unerwünschte Investoren (staatliche Fonds aus Russland, China, Arabien) aussperren. 2013 streben Indien und die EU ein Abkommen über Freihandel an. Der Europäische Gerichtshof bestätigt, dass Microsoft der Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung eine halbe Milliarde Euro kostet. Das Urteil hat große Konsequenzen für den Kampf gegen multinationale Unternehmen weltweit; es  ist ein Sieg für die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Am 14.01.08 hat die EU zwei weitere Verfahren eingeleitet. Sie führen im Februar 2008 zu einer weiteren Kartellstrafe in Höhe von 899 Mio. €. 2009 muss Microsoft den Zugang alternativer Browser erleichtern. Der EU-Vertrag von Lissabon ist bei der Volksabstimmung in Irland im Juni 2008 gescheitert; die EU gerät in eine Krise. Anfang März 2009 treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Sondergipfel in Brüssel. Es geht um Osteuropa und die Hilfen für die Autoindustrie. Osteuropa bekommt 100 Mrd. $ aus Mitteln des IWF. Die Wirtschaft der 10 osteuropäischen EU-Mitglieder bricht ein. Es ist eine Grundsatzfrage, ob verschuldeten Mitgliedstaaten die Last gemildert werden soll. 2009 wird das EU-Kartellrecht verschärft: Schadensersatzklagen nach US-Vorbild sollen erlaubt werden. Nach einer Prognose der EU-Kommission dauert die Wirtschaftskrise bis Mitte 2010. Die Wirtschaft soll 2009 um 4% schrumpfen, die Arbeitslosenquote soll auf 11% ansteigen. Ab Juni 2009 verliert der Abschwung in der Eurozone an Tempo, im November bessert sich das Wirtschaftsklima schon stark. Die Krise trifft die exportstärksten Länder noch härter. Die EU-Kommission will die Bankenaufsicht und ein Früh-Warnsystem aufbauen. Großbritannien ist dagegen. Der Krisenmechanismus der EU (Rettungsschirm) wird ab 2013 dauerhaft. Es soll eine "Wirtschaftsregierung" in der Euro-Zone entstehen. Dem EFSF wird Ende September 2011 vom Bundestag zugestimmt. Das Bundesverfassungsgericht gibt im September 2012 grünes Licht für den ESM. 10 Monate vor Aufnahme Kroatiens in die EU sieht die Kommission noch erhebliche Mängel (Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit). Die Perspektive für Serbien und die Türkei hat sich nicht verbessert. Ende Januar 2014 beginnen aber Beitrittsgespräche mit Serbien. Die EU erhält den Friedensnobelpreis 2012. Im November 2013 brüskiert die Ukraine die EU. Eine Zusammenarbeit wird abgelehnt (ein Abkommen auf Eis gelegt). Bei der Europa-Wahl im Mai 2014 gewinnen die rechten Parteien und Europagegner stark. Auf dem EU-Gipfel im Juni 2014 wird Jean Claude Juncker als neuer EU-Kommissionspräsident nominiert. 2015 zieht Island einen Aufnahmeantrag zurück (will sich im Fischfang nicht einschränken lassen). Auf dem EU-Gipfel im Mai 2015 in Riga bietet man der Ukraine ein Freihandels- oder EU-Partnerschaftsabkommen an, aber nicht die Mitgliedschaft, um Russland nicht zu provozieren. Die Griechenlandkrise und der drohende Grexit belastet die EU stark. Die Finanzmärkte reagieren kaum. Im Februar 2016 stellt Bosnien-Herzegowina einen Beitrittsantrag in die EU, der angenommen wird. Im ersten Halbjahr 2018 übernimmt Bulgarien die Ratspräsidentschaft in der EU (ärmstes Land der EU, wegen Korruption Justiz unter besonderer Beobachtung). Die Krise in Italien (keine stabile Regierung nach der Wahl, Überschuldung) treibt die Indikatoren der Finanzmärkte der EU im Mai 2018 nach unten. Conte soll es wieder versuchen und kann eine Regierung bilden (die beiden Parteiführer der 5 Sterne und Lega sind als Arbeitsminister und Innenminister die starken Männer). Der spanische Ministerpräsident Rajoy verliert wegen Korruption immer mehr Verbündete und muss sich einem Misstrauensvotum stellen. Er wird abgewählt. Neuer Regierungschef wird Pedro Sanchez. Spannend wird sein Verhältnis zur katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Großbritannien droht ein chaotischer Austritt aus der EU. Das Parlament lehnt am 15.01.2019 das Brexit - Abkommen ab (432 zu 202). Die erste europäische Hochkultur war die der Minoer auf Kreta in Knossos vor über 4000 Jahren. Nach der Mythologie entführte Zeus die phönizische Prinzessin Europa dorthin. Von da kommt der Name "Europa". "Europa, das ist ein Kompromiss", Nicolas Sarkozy.

- Der EURO (€, mittlerweile weltweit führende Bargeldwährung) ist 2014 in einer Aufwertungsphase. 2015, 2016 und 2017 ist er volatil. Es zeichnet sich ein zartes Wachstum in den 18 Euroländern ab (1,2% im Jahre 2014; 1,5% 2015). Ende 2014 wird die Wachstumsprognose gesenkt (die Aussichten verschlechtern sich, Franreich rutscht in die Krise). 2015 fördert die billige Energie das Wachstum in der Euro-Zone (stärkstes Konjunkturplus seit 4 Jahren; Nachfrage aus Schwellenländern gestiegen). Im Jahre 2011 war der Euro noch stark von den Schuldenkrisen und der Situation in den USA beeinflusst. Er befand sich im ersten Halbjahr2010 in einer Abwertungsphase, danach in einer Aufwertung. 2008 kletterte er auf Rekordhöhe (das sinkende Interesse Chinas an Dollar-Anleihen, der Russische Ausbau der Euro-Reserven, der sinkende Abstand zu den US-Zinsen und die schlechten US-Konjunkturdaten werten den € weiter auf; 1,6019 war am 22.04.08 der Höchststand; Allzeit - Tief: 0,8252$ Ende 2000, bei Einführung 1,17 $; jetzt pendelt er um 1,10 (1,39 höchster Stand, mit 1,04 unter Einführungskurs von 1,18 und niedrigster Kurs seit 11 Jahren März 2015). Die Griechenlandkrise (Überschuldung, Rückstufung durch Rating - Agenturen, auch Irland und Portugal) und Spekulationen im Zusammenhang damit (vor allem mit CDS, Rückkehr zur Drachme; Neuwahl in Griechenland 2015; Kauf von Staatsanleihen durch die EZB; Geldpolitik der EZB) schwächten den Euro und führten zum vorübergehenden Absturz. Äußerungen von Trump zur Geldpolitik der Fed stärken den Euro. Der Schweizer Franken wird dadurch zum Ersatz des Euro und aufgewertet. Die Griechenland-Sorgen belasten auch die Börsen, einige Experten erwarten eine Umschuldung. Das Referendum der Griechen gegen Strukturreformen lässt einen Grexit näher rücken. Allerdings werden schätzungsweise schon 85% aller deutschen Exporte in Euro abgerechnet. Der Euro ist Zahlungsmittel für 318 Mio. Menschen und macht über 25% der weltweiten Devisenreserven aus. Im August 2013 kommt die Euro-Zone wieder in Schwung. Die Frühindikatoren legen zu. Alles deutet auf mehr Wachstum hin. 2013 steigt die Industrieproduktion so kräftig wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Der Preisauftrieb lag im April 2012 bei 2,6%, Im Juli 2008 bei 4,1%, das ist der höchste Wert seit Einführung der Statistik 1997 (angestrebt werden 2%). Im September 2009 ist er auf -0,3% gesunken. Im Mai 2010 lagen die Verbraucherpreise wieder bei 1,5% Anstieg, Juli 2011 um 2,5% in den Euroländern. Im August steigen die Preise um 2,7% in der Euro-Zone wegen der Benzinpreise. Im Mai 2013 liegt die Teuerungsrate bei 1,4%; im Juli 2013 bei 1,6%; August 2013 1,3%; September 2013 1,1%, Oktober 2013 0,7%, Dezember 2013 0,8%. Im Februar 2014 sinkt die Teuerungsrate auf 0,7%; im März sogar auf 0,5%. Dann steigt sie im April 2014 wieder auf 0,7%, um im Mai 2014 wieder bei 0,5% zu landen (so hoch ist sie auch Juni 14).  Im Juli 2014 erreicht die Inflationsrate mit 0,4% ein Rekordtief (tiefste Stand seit 5 Jahren; im September sogar 0,3%, auch im November 14). Im Dezember 2014 geht es sogar auf -0,2%. Die Arbeitslosenquote steigt im Februar 2012 auf 10,8 % (17 Mio.), im Oktober 2012 11,7% (niedrigste in Österreich mit 4,3%, Luxemburg 5,1%). Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone liegt im Juli 2013 bei 12,1% (19,23 Mio. Arbeitslose). Im November 2013 waren ebenso 12,1 Mio. Menschen ohne Job. Die EZB macht eine Erhöhung des Leitzinses zum 03.Juli 2008 auf 4,25% (neunte Erhöhung in Folge; höchster Stand seit 7 Jahren); denn die Geldmenge ist mit einer Jahresrate von 12,3% (M3,2007) angewachsen. Der Zinssenkungsdruck wächst 2008, aber die Inflation wird von der EZB als zu riskant eingeschätzt (Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität). Mit der Finanzkrise muss der Leitzins zuerst auf 3,25% gesenkt werden, am 04.12.08 auf  2,5% und am 15.01.09 auf 2,0%. Die vorletzte Senkung erfolgt am 05.03.09 auf 1,5%. Am 02.04.09 wird mit 1,25% sogar ein Rekordtief erreicht, das am 06.05.09 mit 1,0% noch übertroffen wird. Ende 2009 kündigt die Notenbank ein Ende der extraexpansiven Geldpolitik an (Experten rechnen bis Ende 2010 nicht mit einer Erhöhung). Die Erhöhung kommt am 07. April 2011 auf 1,25% (erste Zentralbank im Westen). Am 07. Juli 2011 wird weiter auf 1,5% erhöht gegen die Inflation. Um Investitionen anzuregen, wird er am 03.11.11 wieder auf 1,25% gesenkt. Dann am 08.12.11 auf 1,0%. Am 05.07.12 senkt die EZB den Leitzins auf 0,75% (historisches Tief), um die Geldbeschaffung der Banken noch weiter zu erleichtern und den Krisenstaaten eine Atempause zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu geben sowie die schwache Konjunktur zu stützen. Im Mai 2013 erfolgt aus den gleichen Gründen eine weitere Senkung auf 0,5%. Am 07.11.13 wird mit 0,25% ein historisches Tief erreicht, das am 05.06.14 mit 0,15% noch übertroffen wird. Am 10.03.2016 wird der Leitzins auf 0,0% gesenkt. Der britische Leitzins wurde zuerst auf 5,75% erhöht, um die Inflation (3,8%) zu dämpfen und den Immobilienmarkt zu beruhigen. Dann wurde er mehrmals gesenkt auf zuletzt 0,5%, weil Großbritannien vor einer Wirtschaftsflaute steht (Stagflation, auch Krise am Immobilienmarkt, starke Abwertung des Pfund, nur noch 1 €). Das Land hat 2012 erhebliche Probleme mit der Inflation (Aufwertung der Währung wird Export weiter senken). Außerdem wird im April 2008 ein Hilfspaket in Höhe von 63 Mrd. € für die Banken aufgelegt, dem Anfang 2009 ein zweites folgt. Nach der Pleite von Lehman Brothers noch mal 30 Mrd. €. Außerdem kauf die EZB Unternehmensanleihen in Höhe von 60 Mrd. € auf. Frankreich will die EZB stärker politisch beeinflussen und widersetzt sich dem Stabilitätspakt. Die EZB baut für 500 Mio. € ein neues Gebäude in Frankfurt (Großmarktgelände im Ostend). Die EZB gibt innerhalb eines Jahres 72 t Gold auf den Markt. Die wachsende Kluft in der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Währungsunion führt zu Spannungen. Die Deutsche Bundesbank wird erheblich verkleinert (-6000 Stellen bis 2012, Vorstand -2). Der Bundesbankgewinn lag für 2007 bei 4,3 Mrd. €, 2008 bei 6,3 Mrd. €. Sie hat Gold im Wert von 62 Mrd. € (3400 t, zweithöchster Bestand nach den USA). 2009 hatte die EZB einen Überschuss von 2,2 Mrd. €. Genauso hoch ist er auch 2010. 2012 bleiben lediglich 664 Mio. € Jahresüberschuss, von denen noch 599 Mio. an Griechenland gehen. Die Risikovorsorge wird stark erhöht um 6,7 Mrd. €. Slowenien hat ab 01. 01. 2007 den Euro bekommen; Malta und Zypern folgten ab 01. 01. 2008, die Slowakei am 01.01. 2009. Estland erhält ab dem 01.01.2011 den Euro (eine der niedrigsten Staatsverschuldungen). Lettland folgt ab 01.01. 2014 als 18. Land. Der EU-Währungskommissar leitet gegen sechs Länder ein Defizitverfahren ein. Die öffentlichen Schulden in der Euro-Zone liegen bei 92,2% Europa überholt die USA als wichtigsten Kapitalmarkt der Welt (den höchsten Umsatz hatte 2006 der London Stock Exchange). Mit mehreren Geldspritzen versucht die EZB, die Finanzmärkte zu beruhigen (über 150 Mrd. € allein 2008; die Fed tut das gleiche, zuletzt 2008  250 Mrd. $ ohne das Rettungspaket von 800 Mrd. $), um die Liquidität zu sichern (Risikostreuung). Die Schweizer Nationalbank, die Bank von England (insgesamt 222 Mrd. €) und die Bank von Kanada ziehen mehrmals nach. Die Zentralbanken stocken ihre Dollarliquidität massiv mit Devisen-Swaps. Die mehrfache Zinssenkung in den USA führt vorerst zu einer Beruhigung der Finanzmärkte. Trotzdem müssen auch im Euroraum Banken durch Bürgschaften gestützt (Hypo Real Estate) oder verstaatlicht werden (Fortis, B&B). Einen EU-Fonds nach US-Vorbild hat es nicht gegeben, auch keine Schuldverschreibungen. Da bei den Zinsen nach unten kaum noch Luft ist, will die EZB Pfandbriefe kaufen, um dem Finanzmarkt zusätzliche liquide Mittel (60 Mrd. €) zur Verfügung zu stellen. Seit Beginn der Finanzkrise im Juni 2007 ist durch die Liquiditätshilfen die Bilanzsumme der EZB um 900 Mrd. € auf 2,4 Billionen angestiegen. Ende 2010 verdoppelt die EZB ihr Grundkapital. Die osteuropäischen Kandidaten für die Euro-Zone (Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polen) müssen sich auf eine härtere Prüfung durch die EZB einstellen. Lettland bekommt 2014 den Euro. Litauen will 2015 folgen (erfüllt die Kriterien). Die EU will in Anbetracht der Schuldenkrisen in einigen Ländern einen Europäischen Währungsfonds einrichten (Instrument der Stabilisierung mit Durchgriffsrechten auf nationale Etatpolitik, die Bundesbank ist dagegen). Es wird 2010 ein Notfallplan für Griechenland erarbeitet (IWF, bilateral). Es ist wohl auch eine stärkere Abstimmung der Wirtschaftspolitik in Europa notwendig. Im Mai 2010 wird ein Stabilisierungsmechanismus (750 Mrd. €) eingerichtet, der insbesondere Spekulationen gegen den Euro verhindern soll. Die EZB muss Mitte 2011 immer mehr Staatsanleihen kaufen, um die Schuldenkrise zu entschärfen. Das Gesamtvolumen stieg auf 96 Mrd. €. Sie gibt auch mehr Geld in den Markt (Tender). Für Island eröffnet die EU Mitte 2010 Beitrittsgespräche. Im Herbst 2011 löst Mario Draghi J. - C. Trichet als EZB-Präsident ab. Ende 2011 wird auf drei Jahre unbeschränkte Liquidität zur Verfügung gestellt (490 Mrd. €, 1%). Nach Griechenland muss 2012 auch Spanien unter den Rettungsschirm. Wegen der hohen Anleihekäufe aus Krisenländern im Herbst 2012 durch die EZB erwägt der deutsche Bundesbankchef Weidmann den Rücktritt. Damit setzt sich wohl als Rettungsstrategie der unbegrenzte Anleihenkauf durch die EZB durch (gegen Sparauflagen). Im März 2013 muss Zypern unter den Rettungsschirm. Das Land bekommt 10 Mrd. €. 5,8 Mrd. muss das Land selber über die Banken aufbringen (Zwangsabgabe, Abwicklung). 2014 stellt die EZB eine Billion Euro zur Verfügung, um die Kreditvergabe der Geschäftsbanken zu erleichtern (müssen die Geschäftsbanken erst Ende 2018 zurückzahlen). Instabilitäten in Italien und Spanien können den Euro stark beeinflussen. "Ich will die Zentralbank nicht an die Kandare nehmen. Aber sie kann sich abschminken, dass sie alleine für die Wechselkurspolitik verantwortlich ist", J. - C. Juncker, Vorsitzender der Euro - Gruppe und jetziger EU-Chef über die EZB 2010.

Davos (Graubünden, Schweiz, ca. 2000 m hoch), ehemaliges Sanatorium auf dem "Zauberberg" (in Wirklichkeit Schatzalp) von Thomas Mann (Titel seines berühmten Buches). Der Ort steht für saubere und gesunde Luft. Im Kongresszentrum von Davos findet jährlich Ende Januar das World Economic Forum statt, wo die ökonomische Elite der Welt sich trifft. Mit dem World Radiation Center verfügt Davos über eine wichtige Umweltinstitution. "Nicht nur der Humanismus, - Humanität überhaupt, alle Menschenwürde, Menschenverachtung und menschliche Selbstachtung sei untrennbar mit dem Worte, mit Literatur verbunden", Setembrini in T. Mann, Der Zauberberg, Frankfurt 1999, S.221f. "Davos war einmal ein Luftkurort. Dann wurde das Penizillin erfunden, und Davos hat sich gewandelt - zu einem Ort geistiger Erholung. Wir brauchen ein neues Penizillin", Li Keqiang, Ministerpräsidet der VR China, 2015 in Davos.

- Vietnam trat Anfang November 2006 der WTO (World Trade Organisation, 152 Mitgliedsstaaten, Budget 129 Mio.$ 2005, Roberto Azevedo ist WTO-Direktor, die Global Government - Institutionen sind auch bei der Außenwirtschaft beschrieben) bei, Russland ist nach einer Einigung mit den USA im November 2006 auf dem Sprung (Beitritt Ende 2011 nach 18 Jahren Verhandlung). Die USA und die EU bringen den Streit um Exportsubventionen für Boing/Airbus vor den Schiedsausschuss der WTO. 2010 fällt ein Schiedsspruch. Beide Seiten fühlen sich als Sieger. Die EU legt Widerspruch ein (teuerste Handelsstreit der Geschichte). 2011 wird die USA für ihre Hilfen an boing gerügt. Die USA verhängen auch Textilimportquoten gegen China, die EU einigt sich nach Importbeschränkungen mit China (Anfang September): die Hälfte der betroffenen Waren wird übernommen, die andere Hälfte für 2006 angerechnet, die Auswirkungen auf die Textilindustrie in Bangladesch und Marokko z. B. sind wesentlich dramatischer als auf Italien, Frankreich u. a.; die WTO untersagt der EU, ihre Bananen-Importzölle für südamerikanische Bananen zu verdreifachen. Die USA siegen im Bananen-Streit mit der EU: Die Bevorzugung der AKP-Staaten bei den Zöllen ist nicht zulässig. Die WTO gibt den USA recht im Streit um die Zulassung von Gen-Nahrung. Die Verhandlungen zur Liberalisierung  des Welthandels scheitern vorerst auf Ministerebene im Juli 2006 in Genf (Doha-Runde),  an Bedeutung gewinnen regionale Handelsabkommen. Dem Agrarsektor kommt eine Schlüsselrolle zu. Mitte Dezember (13. -18.) fand eine Sitzung in Hongkong statt, auf der die AKP-Staaten (meist ehemalige Kolonien) einen Ausgleich bekamen. Ein Punkt war die Deregulierung des globalen Zuckermarktes. Beschlüsse sind u. a.: bis 2013 sollen die Exportsubventionen schrittweise wegfallen, die höchsten Zölle in den Industrieländern sollen fallen, wobei die ärmsten Entwicklungsländer bis 2008 freien Zugang erreicht haben sollen. EU, USA, EL und Schwellenländer einigen sich im Januar in Davos auf eine Wiederaufnahme der Gespräche der Welthandelsrunde. Ein Kompromisspapier 2008 aus Kanada bevorzugt die Schwellenländer bei Industriezöllen: Flexibilitäten sollen für mehr als 10% aller Produkte gelten. Auf einer Konferenz am 19.05. 2008 in Genf soll die Doha-Runde gerettet werden (Einfuhrzölle mit einem Volumen von 300 Mrd. Dollar halbieren). Die USA bereiten ein Gesetz für die WTO vor, das eine Klage bei künstlich unterbewerteten Währungen (Yuan) ermöglicht. Mitte 2007 schalten die USA wieder die WTO ein, um zu klären, ob die Exportüberschüsse Chinas mit den USA durch Subventionen verzerrt sind. Die Ukraine wird Vollmitglied. Im Sommer 2008 scheitert die Welthandelskonferenz. Die 153 Staaten können sich nicht auf ein neues Regelwerk einigen. Der Weg geht wohl Richtung zweiseitige Handelsverträge. Egoismus der Nationen und Sorgen vor der Globalisierung sind die Ursachen (USA will Agrarprodukte ungehindert exportieren, aber keine Subventionen abbauen, Japan will ungehindert Autos exportieren, aber Reisimporte beschränken). Ende 2008 soll ein Neuanlauf zur Rettung der Doha-Runde unternommen werden. Die EU und die USA bringen 2009 die chinesischen Exportzölle für Rohstoffe vor die WTO. Im Herbst 2009 erheben die USA Strafzölle (35%) auf Reifenimporte aus China, das den Fall vor die WTO bringt und mit Strafzöllen bei Hühnerimporten kontert. Ende 2010 droht ein Handelsstreit zwischen China und den USA, weil China die Exporte Seltener Erden weiter drosselt. Pro Jahr kommt es etwa zu 120 Verstößen gegen das Freihandelsbekenntnis. 2009 kommt es nach der Finanz- und Weltwirtschaftskrise zu einem Rückgang des Welthandels um -12% (im Vergleich zum Vorjahr). Vor der WTO liegt auch eine Beschwerde der EU über einen US-Tankerauftrag vor. Ende 2013 wird bei der Welthandelskonferenz auf Bali ein historischer Durchbruch beim Abbau von Handelsschranken erzielt. Der Pakt scheitert allerdings im August 2014 am Widerstand Indiens. Schließlich einigen sich Indien und die USA im November 2014 im Streit um die Lebensmittelsubventionen. Das indische Subventionsprogramm für Nahrungsmittel (insbesondere Getreide) soll vorerst nicht durch das Abkommen mit der WTO betroffen sein. Die neue Handelspolitik von Trump wertet die Rolle der WTO stark ab. Die Doha-Runde ist definitiv zwischen Intensivstation und Krematorium", Kamal Nath, Indiens Handelsminister.

- Der IWF (Internationale Währungsfond,185 Mitgliedsländer, Chef: C. Lagarde, Vize: J. Lipsky, Chefvolkswirt: Olivier Blanchard ab 2008, Stimmanteile: USA 17, Japan & D 6, Frankreich 5) schätzt das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr 2010 bei 4,0%; viele Länder fordern eine Änderung der Stimmrechte. Die USA und die EU müssen auf mittlere Sicht ihre Quoten verringern. Der Lenkungsausschuss unter Vorsitz von Brown empfiehlt eine dahingehende Reform. Bei den Schwellenländern sollen die Stimmrechte mehr der Wirtschaftskraft (BIP) und der Offenheit entsprechen (umstritten ist die Gewichtung). Im Herbst 2006 wurden schon die Stimmanteile von China, Mexiko, Süd-Korea und der Türkei angehoben. Man arbeitet an einer Formel , in die die Faktoren BIP, Währungsreserven und Außenhandel eines Landes eingehen. Die Entwicklungsländer (G24) sollen mehr Stimmrechte und Kapitalanteile bekommen. Der IWF sieht große Gefahren für die Weltwirtschaft, wenn im Ausland investiertes Geld nach Japan zurückfließt (Yen-Geschäfte mit Carry Trade). Im Herbst 2007 erhöht der IWF seinen Druck auf China, seine Währung aufzuwerten (dies geschieht in der Folge in ganz kleinen Schritten). Der IWF arbeitet an einem Verhaltenskodex für Staatsfonds. Der IWF muss stärker der Frage nachgehen, wie das Finanzsystem die reale Wirtschaft beeinflusst. Er warnt 2008 eindringlich vor den Folgen des starken Anstiegs der Lebensmittelpreise. Die betroffenen Länder versuchen mit Subventionen, Preiskontrollen, Exportsperren und Auflösung von Reserven zu helfen. Der IWF hilft Island mit 1,7 Mrd. $ in der Finanzkrise. Auch die Ukraine, Ungarn und Pakistan leihen sich Geld (insgesamt 42 Mrd. $). Danach folgt ein Krisenkredit (17,1 Mrd. $) an Rumänien. Auf der Frühjahrs - Tagung 2009 geht es um die Folgen der Weltwirtschaftskrise. Ende 2009 verkauft der IWF ein Achtel seiner Goldreserven (403,3 t), um Kredite an arme Länder geben zu können. Auf der Konferenz in Istanbul im Oktober 2009 fordert der IWF mehr Einfluss auf den Finanzbereich. Die Jahrestagung des IWF im Oktober 2010 im südkoreanischen Gyeongju bringt keine Lösung im Wechselkursstreit. Insbesondere die USA und China haben einen Konflikt um den Kurs des Yuan (allerdings ist der Dollarkurs auch Folge der lockeren Geldpolitik). Abwertungswettläufe sollen vermieden werden. Im Herbst 2011 fordert der IWF Konjunkturprogramme, um die Weltwirtschaftskrise zu verhindern. Auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank im Herbst 2011 in Washington geht es um die Schuldenproblematik (insbesondere in der EU) und um Konjunkturprogramme. Auf der IWF - Tagung in Washington im April 2014 geht es um die Gefahren der Deflation in der Welt. Es wird ein stärkerer Einsatz für mehr Wachstum vereinbart.  Ende September 2005 einigten sich Weltbank (Chef: R. Zoellick, für die Bank arbeiten mehr als 10.000 Menschen in 186 Ländern) und IWF auf einen Schuldenerlass von 40 Milliarden $ über 40 Jahre. Auf der Jahrestagung im September 2006 geht es um die globalen Ungleichgewichte. Die Weltbank kritisiert die Vergabe von Krediten durch China an afrikanische Entwicklungsländer aus Gründen des Rohstoffbedarfs ohne Bedingungen. Heute sind die Kredite der Weltbank insgesamt weniger gefragt, weil sie von reichen Ländern ohne "Conditionality" zu bekommen sind. Deshalb soll die Bank mehr zu einem Beratungsinstitut werden. 2008 wird mit Justin Lin Yifu erstmals ein Chinese Chefökonom der Weltbank. 2008 stellt sie armen Ländern 1,2 Mrd. $ zur Verfügung als Ausgleich für die steigenden Nahrungsmittel- und Treibstoffpreise. Die  49 ärmsten Länder leiden besonders stark unter der globalen Wirtschaftskrise (2009 sind die Exporterlöse um 27 Mrd. $ eingebrochen). 2010 werden die Stimmenverhältnisse geändert, die Schwellenländer bekommen höhere Anteile (Kapitalerhöhung, China verdrängt Deutschland vom dritten Platz). Im Sommer 2010 gibt die Weltbank 700 Mio. € für die Flutkatastrophe in Pakistan. Nach der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Basel): "Zentralbank der Zentralbanken", fördert die internationale Zusammenarbeit im Währungs- und Finanzbereich, gegründet 1930, hilft auch bei der Verwaltung der Währungsreserven; Generaldirektor Jaime Caruana, Chefvolkswirt: Hyum Song Shin, vorher Stephen Cecchetti) haben sich die Devisenreserven 2006 weltweit verdoppelt. Hervorzuheben sind die Steigerungen bei Russland, Brasilien und Indien. 2010 warnt die BIZ vor einer globalen Schuldenkrise, Mitte 2010 vor einer erneuten Finanzkrise. "America first", R. Zoelick, Weltbankchef.

Die G8-bzw. G7-Staaten (sieben wichtigsten Industriestaaten + Russland, ca. 2/3 des Weltinlandsprodukts, ca. 1/2 des Welthandels) beschließen eine Verdopplung der Entwicklungshilfe für Afrika; sie trafen sich vom15. - 17. Juli 2006 in St. Petersburg (Krise im Nahen Osten, Irans Atompolitik, Öl- und Gaslieferungen als politische Waffe); Deutschland übernahm 2007 den Vorsitz und setzte sich besonders für eine Kontrolle der Hedge-Fonds ein. Die G-7 berieten im Februar 2007 in Essen über neue Regeln für Hedge-Fonds. Es ging auch um die Yen-Schwäche. China nahm auch teil. Im Februar 2008 in Tokio ging es wieder um die internationalen Finanzmärkte: Finanzkrise, Bankenaufsicht, Staatsfonds (Kodex), Reform des IWF. Vom 06. bis 08. 06. 2007 fand der G8-Gipfel in Heiligendamm statt. Vom 7. - 9. Juli 2008 findet der nächste Gipfel in Japan auf Hokkaido statt (Toya-Nationalpark bei Sapporo). Es soll auch über den hohen Ölpreis beraten werden (koordinierte Aktion., mehr Transparenz). Weitere Themen sind der Umweltschutz und die Armut in Afrika. Im April 2008 beschließen die G7 ein Aktionsbündel gegen die weltweite Finanzkrise (Verbesserung der Bankenaufsicht). Die Umweltministerkonferenz der G-8 in Potsdam im März 2007 bezog auch die Schwellenländer ein. Japan übernahm 2008 den Vorsitz.  Auf dem G7 - Treffen im April 2009 sehen die Finanzminister erste Anzeichen für einen Aufschwung. Das G8-Treffen (+ 5 wichtigste Schwellenländer) in Italien (L´Aquila) im Juli 2009 hat den Klimaschutz zum Kernthema (Vorbereitung der Klima-Konferenz in Kopenhagen). Die ärmsten Entwicklungsländer sollen in den nächsten drei Jahren 15,1 Mrd. € zusätzlich bekommen. Im Februar 2010 treffen sich in der kanadischen Arktis die Finanzminister und Notenbankchefs der G7, um über Finanzmarktreformen zu beraten. Es geht auch um die Schuldenkrise in der EU. Im Juni wird das Treffen mit dem G20-Treffen in Toronto verbunden, die Finanztransaktionsteuer wird abgelehnt. Im Mai 2011 geht es im französischen Deauville um einen Stresstest für Atomkraftwerke (Vorbild EU) und um Hilfen für Nordafrika. Im September 2011 stehen die Schuldenkrisen im Vordergrund. Im Mai 2013 wollen die G7-Staaten stärker im Kampf gegen Steuerhinterziehung kooperieren. Im Mai 2012 findet ein G8-Treffen in Camp David, USA, statt. Es geht um Konjunktur- und Wachstumsprogramme und die Spekulation an den Finanzmärkten. Ein weiterer Punkt ist der Klimawandel. Auf dem G8-Gipfel 2013 in Nordirland (Enniskillen) kommt es zum Streit um die Militärhilfe für Syrien. Das Hauptthema ist die Aufnahme von Verhandlungen für eine Freihandelszone zwischen der EU und den USA (dürften mehrere Jahre dauern). Der G8-Gipfel 2015 in Deutschland soll auf Schloss Ellmau in Oberbayern stattfinden. Die G7 boykottieren das Vorbereitungstreffen für den G8-Gipfel in Sotschi wegen der Krim-Krise. Nach dem Anschluss der Halbinsel an Russland wird Russland bis auf Weiteres von den G8 ausgeschlossen, so dass die G7 wieder agieren. Beim G7-Treffen auf Schloss Elmau Anfang Juni 2015 wird das Zwei-Grad-Klimaziel zementiert. Mitte Mai treffen sich die G7 in Bari/ Sizilien (Finanzminister, Notenbank-Chefs). eine Wende in der Geldpolitik wird angedeutet. Die Staats- und Regierungschefs der G7 treffen sich am 26.05.17 in Taormina auf Sizilien. Im Mittelpunkt stehen die Handels- und Umweltpolitik. Am 01.06. 18 treffen sich die Finanzminister der G7 in Whistler/ BC Kanada. 6 Staaten verurteilen die Zollpolitik des 7. Staates USA. Die Staats- und Regierungschefs der G7 treffen sich am 8. und 9.06.18 in Quebec/ Kanada. Im Mittelpunkt steht auch die Zollpolitik der USA. Trump provoziert damit, dass er Russland wieder beteiligen will. Beim der Handelspolitik einigt man sich zumindest auf eine gemeinsame Informationsstelle für einen Datenabgleich. Am Ende kommt es zu einem Eklat. Trump nimmt die Zustimmung zur Abschlusserklärung per Twitter wieder zurück. Beim G7-Treffen 2019 in Biarritz an der französischen Atlantiküste tritt Trump entspannt auf. Er stellt sogar ein Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen und einen Besuch in Deutschland in Aussicht. Das nächste G7-Treffen ist in den USA (Trump wünscht sich als Ort seine Golfanlage in Florida). Die G-20 Staaten (wichtigste Industrie- und Schwellenländer, G8+11 IL, SL, sonstige EU-L., Gastländer, informelles Forum, Konsens-Prinzip, seit 1999, zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85% der Weltwirtschaftsleistung) trafen sich erstmals im November 2006 in Melbourne. Es ging gegen wachsenden Protektionismus bei Handel und Investitionen. 2008 wird dieses Forum Träger der Finanzfragen und der Finanzkrise. Vom 01.04.09 an kommt es zu einem Gipfel in London. Folgende Punkte werden beschlossen: Austrocknung der  Steueroasen, Verbesserung der Finanzaufsicht (Kontrolle der Hedge-Fonds), Finanzmarktstabilisierung, Aufstockung der Mittel des IWF (1 Billion $sofort, 5 bis 2010), Begrenzung der Gehälter der Bankmanager. Das Forum wird 2009 zu einer ständigen Einrichtung. Auf dem  Gipfel in Pittsburgh Ende September 2009 werden konkrete Maßnahmen zur Regulierung der Finanzmärkte beschlossen (Vorbereitung auf dem Finanzministertreffen in London 09.09.). Im November 2009 findet ein Treffen im schottischen St Andrews statt. Am 04.06.10 wird wird in Süd-Korea weiter über Finanzmarktregulierung beraten.  Ende Juni findet ein Treffen in Toronto statt: Es geht um die Bankenabgabe und die Finanzmarkttransaktionsteuer. In einem vorhergehenden Brief plädiert Obama (mit Unterstützung von P. Krugman) für neue staatliche Konjunkturprogramme. Allerdings setzt sich das Sparen durch (bis 2013 Schulden halbieren). Die Finanzmarktreform wird auf die nächste Sitzung in Seoul vertagt. Dort trifft man sich im Oktober 2010: die USA wollen die anderen Staaten zu einer Ausweitung der Binnennachfrage durch Steuersenkungen bewegen. Deutschland warnt vor Planwirtschaft. Reform des IWF: China und Indien bekommen mehr Anteile. Auf der Konferenz Ende 2010 in Seoul steht der Streit um Währungspolitik und Handelsbilanzen im Mittelpunkt. Man einigt sich auf eine Bankenrücklage für Krisenfälle. Im Oktober 2011 findet das nächste Treffen statt. Es geht um die Eurokrise. Brasilien und China wollen mehr Mittel für den IWF bereitstellen, USA und Deutschland nicht. Banken sollen notfalls mit Zwang rekapitalisiert werden. Im November 2011 in Cannes stehen die globalen Finanzmärkte im Mittelpunkt (Erhöhung des Eigenkapitals bei 29 systemrelevanten Banken). Im Februar 2012 findet eine Tagung in Mexiko-Stadt statt (Finanzminister, Notenbankchefs). Europa solle mehr für die Stabilität tun, bevor der IWF sich stärker engagiere. Wieder im November 2012 treffen sich die Finanzminister in Mexiko Stadt. Als Dauerthemen stehen die Verschuldung (fiskalische Konsolidierung zeitlich strecken, um Wachstum nicht abzuwürgen) und die Finanzmärkte auf der Tagesordnung. Die Besteuerung der Multis soll für die Heimatländer gerechter gestaltet werden. Ende Juli 2013 trifft man sich in Moskau. Der Kampf gegen Steuerflucht soll verstärkt werden. Die Staatshaushalte sollen konsolidiert und die Konjunktur angeregt werden. Anfang September 2013 findet ein Treffen im russischen St. Petersbug statt (Staatsfinanzen, verbindliche Ziele bis 2017, Kampf gegen Steuervermeidungsstrategien). Ende Februar ist ein Treffen in Sydney/ Australien. Es geht um die Lage der Schwellenländer und die steigenden Zinsen. Es wird das Ende der Wirtschaftskrise ausgerufen. Im November 2014 gibt es ein G20-Treffen im australischen Brisbane. Russland schickt Kriegsschiffe vor die Küste. Es geht um die Krisen in Syrien, Irak und der Ukraine, das Wirtschaftswachstum und Steuerflucht.  Am 15.11.15 treffen sich die Staatschefs der G20 in der Türkei (Antalya). Es geht um Terrorismus und Flüchtlinge. 2016 gibt es zwei Treffen in China. Das eigentliche G20-Treffen findet in Hangzhou statt. "Deutschland übernimmt erstmals die G20-Präsidentschaft. Dies ist eine Chance, die G20 weiterzuentwickeln: von einem Krisenstab zu einem langfristig und strategisch handelnden Akteur der Weltwirtschaftspolitik", Jürgen Heraeus, G20-Ratspräsident 2016. Beim Gipfel in Hamburg geht es um folgende Themen: 1. Weltwirtschaft (Handelspolitik). 2. Zukunft Afrikas ("Pakt mit Afrika"). 3. Migration und Flüchtlinge. 4. Klimapolitik. Schwere Krawalle überschatten den Gipfel. Zum ersten Mal treffen sich Putin und Trump persönlich. Sie vereinbaren eine Waffenruhe in Syrien. Beim Klima sind die USA isoliert, weil Trump zu fossilen Brennstoffen zurückkehren will. Im Abschluss-Kommunique spricht man sich für freien Handel aus, erlaubt aber auch nationale Verteidigungsstrategien. Die 27 OECD-Staaten (Generalsekretär: Jose´Angel Gurria, Mexiko) gaben 2005 349 Mrd. $ Produktions- und Exportsubventionen für landwirtschaftliche Produkte. Die OECD fordert 2008 anlässlich des Welternährungsgipfels in Rom eine "weltweite Sozialhilfe".  "Indien kann am Welthandel nur dann teilhaben, wenn die westlichen Länder auf ihre riesigen Agrarsubventionen verzichten", S. B. Mittal, Indischer Stahlunternehmer.

Die Unctad (Genf, ehemaliger Chefvolkswirt Heiner Flassbeck) rät ärmeren Ländern zu einer stärker interventionistischen Politik nach dem Modell Chinas. Die Reispreise sind 2006 um 48% und die Weizenpreise um 50% gestiegen, weil die Mengen immer knapper werden (Anbauflächen in China und Indien gehen verloren). Die Preiserhöhungen setzen sich 2007 und 2008 fort. Nach einer Vorhersage der UN soll die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,2 Mrd. Menschen anwachsen. Nach dem UN-Weltbevölkerungsbericht lebt ab 2008 die Hälfte der Menschheit in städtischen Gebieten. Sanktionen der UN gegen einzelne Staaten werden relativ leicht mit Handelspartnern unterlaufen. Z. B. arbeitet der Iran eng mit Dubai zusammen. Im September 2010 gibt es eine Millenniums-Konferenz der UN in New York. Es geht um die Überprüfung der Zielerreichung der acht wichtigsten Ziele bis 2015 (beschlossen 2000). Im Dezember 2016 wird der Portugiese Antonio Guterres Nachfolger von Ban Ki Moon als Generalsekretär der UN. Vom 07. 02. 2011 beriet das Weltsozialforum (rund 80.000 Vertreter) im Senegal über eine andere mögliche Welt. 2012 tagte das Forum in Brasilien. Auf dem Word Economic Forum in Davos, das vom 26. 01. 2011 bis 30.01. 2011 stattfand (wird seit 1971 jährlich durchgeführt), war  das Thema: "Globale Normen, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen". 2012 ging es in etwa zur gleichen Zeit um die Schuldenkrise und die Zukunft des Kapitalismus. 2014 gibt das Weltwirtschaftsforum einen Risikobericht heraus: Es besteht die Gefahr einer erneuten Finanzkrise. Die Kluft zwischen Reich und Arm wird immer größer. Besorgniserregend ist die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern. 2500 Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik kommen. 1,7 Mio. € kostet das Treffen, das von Klaus Schwab gegründet wurde und sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. Mittlerweile gibt es auch eine Sommerveranstaltung. Diese findet im September 2012 im chinesischen Tianjin statt. 2013 geht es ab dem 22.01. um die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte, aber auch um Nachhaltigkeit, Managementmethoden und neue Technologien. Das Weltwirtschaftsforum 2015 beginnt am 21.01.15 in Davos. Es geht um "The New Global Context". 2016 geht um die "Herausforderungen der vierten industriellen Revolution" ("Zustand der Welt verbessern" ist ständiger Leitspruch). Am 17.01. beginnt das Weltwirtschaftsforum 2017 in Davos. Themen sind: Armut, Klimawandel, Zukunft der USA nach der Wahl. Es gibt 3000 Teilnehmer und 400 Veranstaltungen. Mittlerweile wird eine Wertschöpfung von über 40 Millionen Euro generiert. 2018 werden auf dem Weltwirtschaftsforum hohe Gäste erwartet, die dann mehr Aufmerksamkeit erregen als die Themen (Trump, Trudeau, Macron, Merkel, May, Modi; Netanjahu). Das Treffen beginnt am 22.01.18. Der Schwerpunkt liegt auf Krisen in der Welt. "Amerika zuerst bedeutet nicht, Amerika alleine. Wenn die USA wachsen, dann wächst auch die Welt", Trump auf dem Forum in Davos am 26.01.18. Thema des Treffens 2019 in Davos ist "Globalisierung 4.0: Auf der Suche nach einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution". Das Jahrestreffen findet vom 22. bis 25 Januar 2019 statt. Trump wird nicht kommen, dafür Merkel und Abe. Es geht um einen neuen Grundriss für eine globale Gesellschaft, wenn Populisten die alte politische Ordnung zerstören. In China findet jährlich ein so genanntes "Sommer - Davos" statt. Ort ist Tianjin, die Nachbarstadt und Hafenstadt von Beijing (1700 Teilnehmer aus 90 Ländern). Bei den "Meetings of Nobel Laureates" geht es im August 2011 in Lindau um Lösungen aus der aktuellen Krise.   "Menschen anderer Länder haben dasselbe Recht auf Marktzugang wie wir", Herbert Giersch, ehemaliger Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. "Der Kapitalismus in der bisherigen Form passt nicht länger zu unserer Welt", Klaus Schwab, Präsident des Word Economic Forum.

 

Aktuelle Nachrichten aus diversen Quellen finden sich bei:  news.google.de oder bei www.n24.de . Mit der Nachrichtensuchmaschine "Wikio" (www.wikio.de) kann man sich selbst eine persönliche Nachrichtenzentrale zusammenstellen. Man kann auch Artikel veröffentlichen. Lateinnachrichten (Nuntii Latini) finden Sie im Internet bei Radio Bremen: www.radiobremen.de/nachrichten/latein. Mittlerweile gibt es auch Wikipedia in Latein: http://la.wikipedia.org. Vgl. auch: Stroh, W., Latein ist tot, es lebe Latein! Kleine Geschichte einer großen Sprache, Berlin 2008. Als Kurznachrichtendienst ist mittlerweile Twitter ( www.twitter.com ) sehr erfolgreich. Die erfolgreichste US-Online-Zeitung Huffington Post hat mittlerweile auch eine deutsche Seite (Huffington Post; 2013 Start in Deutschland; Blogger und Experten; Reporter; Video Stream; Soziale Medien). Viele Nachrichten werden mittlerweile auch über die Sozialen Netzwerke, z. B. Facebook, verbreitet. Mittlerweile gibt es auch viele Blogs. Zum Beispiel: Tim Harford´s Financial Times columns - www.ft.com/comment/columnists/timharford  .

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"Die große Tragödie der Wissenschaft: die Ermordung einer schönen Hypothese durch eine hässliche Tatsache", (T. H. Huxley). "Facts are stubborn things, but Statistics are more pliable", (Laurence J. Peter, 1919-1988, author of "The Peter Principle".

 

Termine: 

- Sprechstunde in der vorlesungsfreien Zeit nach Vereinbarung (am besten per Email ausmachen). Die genaue Zeit meiner Sprechstunden im Semester (nur noch halbe Semester als Lehrbeauftragter) ist bei "Zur Person, Kontakt/ Sprechstunde" aufgeführt und wird immer nach fertiger Stundenplanung aktualisiert. Bitte melden Sie sich für die Sprechstunde beim Sekretariat des Fachbereichs an (Frau Burchart, über Google - Kalender), das eine Liste hat. Nach Absprache mit mir sind in Ausnahmefällen (insbesondere zur Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten) auch andere Termine  möglich. Die Sprechstunde kann auch im Ostasieninstitut stattfinden.

- Klausuren versuche ich, nach spätestens zwei Wochen korrigiert mit Ergebnissen zurückzugeben. Kommentare im Text müssen in Anbetracht der stark gestiegenen Teilnehmerzahlen (auch juristischer Anfechtbarkeit) kürzer werden. Besprechungen können meist in der Gruppe bei einem Termin stattfinden (extrem hohe Studentenzahlen). Für das Gutachten zur Bachelor - Thesis (oder auch Master-Thesis) brauche ich in der Regel eine Woche, da ich in einigen Studiengängen mittlerweile mit einem einheitlichen Formblatt arbeite.

- Die Skripten für die Veranstaltungen liegen normalerweise Anfang des Semesters aktualisiert in der Bibliothek  der HS  bzw. des OAI zum Kopieren oder werden den Gruppensprechern übergeben (aktuelle Aspekte dazu sind auf dieser Homepage). Mittlerweile sind die meisten auch als Download im E-Learning-System (OLAT) der HS-LU hinterlegt (nur mit doppeltem Passwort herunter zu laden, jedes Semester aktualisiert). Es fehlt hier noch das Statistik-Skript (einschließlich Hausaufgaben und Übungen). Im SS 2014 kam das Finanzierungs-Skript neu hinzu, das ich ständig aktualisieren muss, wegen der Dynamik des Gebietes..

- Im Wintersemester 2008/2009 hatte ich ein Forschungsfreisemester, das ich für einen Aufenthalt in China nutzte (Vorträge an verschiedenen Hochschulen und Interviews in Regierungsinstitutionen) Vgl. zur Auswertung hierzu die Liste der Veröffentlichungen. Im Herbst 2010 führte ich einen Lehrauftrag (Vgl. die Vorlesungen) in Istanbul/ Türkei im Rahmen des Erasmusprogramms der EU aus. Dort organisierte ich für Frühjahr 2011 ein Symposion über Familienunternehmen in Deutschland und der Türkei.

 

Studium:

- 1. Studienabschnitt: Interesse an einer Sonderveranstaltung "Öffentliche Verschuldung"? Interessant  im Zusammenhang mit der Diskussion über den Stabilitätspakt (auch der im März 2006 von der EU beschlossenen Verschärfung und der Position von Sarkozy) und über das Sparprogramm und die Finanzpolitik des Finanzministers Schäuble (kurzfristiges EU-Kriterium von 3,0% HH-Defizit war inzwischen erfüllt, langfristiges Stabilitätskriterium von 60% Gesamtverschuldung am BIP ist noch nicht erfüllt (nach der Krise 2010 78%, 1,7 Bio. €); die Finanzkrise 2008/2009 verschärft die Situation, ab 2009 wieder EU-Kriterium HH-Defizit in Gefahr, 3,0% 2009, 2010 3,5%, 88 Mrd. €). Die EU eröffnet im Oktober 2009  ein Defizit - Verfahren (Zeitziel, Plan). Der SRW schlägt 2007 eine "Goldene Regel" vor (Schulden an Vermögensmehrung koppeln). Die Föderalismuskommission berät 2008 über einen Schuldenstopp. 2009 wird diese Schuldenbremse beschlossen (am 12.06.09 vom Bundestag): bis 2020 soll der Bund bei 0,35% des BIP  und die Länder sollen bei 0 sein (bis dahin 800 Mio. € Konsolidierungshilfe für finanzschwache Länder). Nach der EU soll Deutschland ab 2013 die Schulden wieder an die Konvergenzkriterien anpassen. Wo liegen die Grenzen der Verschuldung und wie sehen die Folgen aus? Die Peripherie-Länder der EU haben 2010 nach der Krise mit erheblichen Haushaltsproblemen zu kämpfen (Griechenland, Portugal, Irland u. a.). Der EU droht ein Zielkonflikt zwischen Euro und nationaler Souveränität in der Finanzpolitik. Die Rückkehr zum Normalzustand (3%, 60%) dürfte ca. 20 Jahre dauern. Aus aktuellen Anlässen habe ich  neue Fallstudien entwickelt, an denen bestimmte Themen des Grundstudiums erläutert werden: z.B. Oil Price Shock (hoher Erdölpreis als Ausgangspunkt). In allen Lehrveranstaltungen bin ich bereit, aktuelle Themen und Probleme ad hoc zu analysieren (vgl. auch Marktbetrachtung). Ich bitte um Initiativen und Wünsche. Die Schwerpunkte wechsele ich von Semester zu Semester.

- 2. Studienabschnitt: In den Volkswirtschaftslehre - Veranstaltungen des Marketing - Studiengangs bzw. von Management Ostasien im Hauptstudium bin ich auch auf Auswirkungen und eine Evaluierung der EU - Osterweiterung und auf die neuen Beitrittskandidaten ( Türkei, Rumänien, Bulgarien, die beiden letzteren sind Mitglieder ab 2006) eingegangen: Exportchancen, Direktinvestitionen, Produktionsverlagerung, regionaler Verdrängungswettbewerb, KMU. Weitere Themen im Bereich der Internationalen Wirtschaft im  2. Studienabschnitt waren die ökonomischen Folgen des Irak-Krieges, die Kinderarbeit, die Umkehrung der Knappheitsrelationen bei Arbeit und Umwelt, die Basarökonomie und Wertschöpfungsketten, die Auswirkungen des ökonomischen Aufstiegs Chinas, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Japan, die Rolle der KMU in der Globalisierung  und die Situation bzw. Bedeutung der Entwicklungsländer (z. B. im Hinblick auf den Klimawandel, einschl. Global Governance und WTO). Danach waren die weltweite Krise der internationalen Finanzmärkte 2007/2008/2009, ausgelöst durch die Hypothekenbanken in den USA, und die KMU in China die Themen. Im Sommersemester 2009 ging es um die aktuelle Weltwirtschaftskrise mit ihren Folgen. Im Wintersemester 09/10 waren aktuelle Arbeitsmarktprobleme in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 das Thema, insbesondere im Zusammenhang mit KMU. Im SS 2010 ging es um die Folgen der und Folgerungen aus der Weltwirtschaftskrise. Im WS 2010/11 machte ich die Schwellenländer (Krisengewinner?) zum Thema (Vgl. Globale Institutionen). Im SS 2011 traten Familienunternehmen und Nachhaltigkeit (im vierfachen Sinne) in den Vordergrund. Im WS 2011/12 geht es um die  Internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Unternehmen, insbesondere KMU. Im SS 2012 stehen die Themen "Wettbewerb (national, EU, global)" und die "Schuldenkrise" im Vordergrund. Im WS 2012/13 rückt die Bevölkerungsentwicklung und ihre Folgen in den Focus. Im SS 2013 ist das zentrale Thema der Abwertungswettlauf der Währungen in der Welt. Das WS 2013/2014 stellt die Soziale Gerechtigkeit (Verteilungsfragen) in den Mittelpunkt. Im SS 2014 wird passend zur Europawahl, der Ukraine-Krise bzw. der Migrations- und Euro-Diskussion die Krise der Europäischen Union und des Euro behandelt. Im WS 2014/2015 stehen die kleinen und mittleren Unternehmen in der globalen Welt im Mittelpunkt. Im WS 2015/ 2016 ist geplant, die Personalwirtschaft (plus Arbeitsmarkt), das Marketing (einschließlich Märkte) und die Wirtschaftspolitik in der Welt in den Focus zu rücken (Kooperation verschiedener Master und Bachelor). Kernpunkte  sollen dabei die aktuellen Herausforderungen der Alterung, der Migration, der Digitalisierung, des Klimawandels (Energiewende, Naturkatastrophen), des Terrors (Islamismus)  und der Aufstieg Asiens (insb. Chinas; mit Finanzturbulenzen) sein. Im SS 2016 wird die Migration und die Flüchtlingspolitik in der Welt ´behandelt. Für das WS 2016/17 rücken in den internationalen Studiengängen wieder die KMU/ SME in den Mittelpunkt. Es geht um die Abhängigkeit von internationalen Rahmenbedingungen. Mein Programm der Globalökonomik/ Internationale Wirtschaft finden Sie unter Lehre (Courses).  Sie können auch Theoreme der Globalökonomik oder Links dazu einsehen.

 

Populärwissenschaftliche Bücher (einige nichtökonomische Literatur am Anfang):

Interessante, nichtökonomische Literatur.:  Für Menschen, die im Hochschulbereich arbeiten: John Williams: Stoner, deutsche Erstausgabe 2013 (München, Deutscher Taschenbuchverlag). Es ist die Geschichte über einen Professor an einer Universität im Mittleren Westen der USA. Es ist ein Roman über Liebe, d.h. Liebe zur Literatur und die Liebe zwischen Mann und Frau. Gleichzeitig ist es ein Campus- und Entwicklungsroman. Noch ein nichtökonomischer Tipp nach einem Handgelenkbruch für alle mit gleichem Schicksal: "Die vierte Hand" von John Irving (verteidigte auch vehement G. Grass). Aktuelle, populärwissenschaftliche Bücher über Ostasien sind auf der entsprechenden Seite aufgeführt (Link: Ostasien/Buchtipps).

Aus dem Jahr 2010: 2010 erscheit das Buch des stellvertretenden Chefredakteurs des Manager-Magazin Henrik Müller unter dem Titel "Sprengsatz Inflation" (Frankfurt/ New York, Campus). Er erwartet die Inflation in Form einer Preisexplosion nach der Krise. Der kanadische Experte Jeff Rubin prognostiziert in seinem buch "Warum die Welt immer kleiner wird" (München, Hanser, 2010) ein Ende der Globalisierung als Folge einer Ölknappheit. Jeremy Rifkin dagegen ist optimistisch für die Globalisierung, indem er ein globales Bewusstsein sieht (empathische Zivilisation). Die Empathische Zivilisation ist auch der Titel (Frankfurt/ New York, Campus 2010). Das Buch von Joseph Stiglitz mit dem Titel "Im freien Fall" (München, Siedler 2010) beschäftigt sich mit den Ursachen der Weltwirtschaftskrise und einer neuen Weltwirtschaftsordnung. Das Buch von Thilo Sarrazin mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab" (DVA, München 2010) sollte man allein deshalb gelesen haben, weil die meisten Menschen darüber reden, ohne es gelesen zu haben. In einer Veranstaltung werde ich das Buch als Thema für ein Referat vergeben. Ausgehend von den aktuellen Krisen (Finanzkrise, Armutskrise, Handelskrise, Klimakrise, Schuldenkrise) zeichnet der Ökonom Heiner Flassbeck (seit 2000 bei der UN in Genf zuständig für Globalisierung) die "Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts" (Frankfurt 2010/ Westend-Verlag). Die Politik sieht er scheitern. Er hält die Teilhabe aller Bürger für erforderlich bei der Verknüpfung der vier großen Bereiche (sieh oben). Dies lässt sich seiner Ansicht nach nur mit einer Reform der Parteien- und Lobbydemokratie erreichen.

Aus dem Jahr 2011: Rodrik, Dani: Das Globalisierungsparadox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, München (Beck) 2011. Der Autor geht von der neoklassischen Globalisierungslehre aus, die er kritisiert, weil sie die jüngsten Krisen mit verursacht habe. Er konstatiert ein politisches Trilemma der Weltwirtschaft: Hyperglobalisierung, Nationalstaat und Politische Demokratie seien unvereinbar. Deshalb komme es auf internationale Spielregeln an. Anschaulich wird auch die Geschichte der Globalisierung beschrieben. Willi Fuchs greift in seinem Buch "Wachsen ohne Wachstum" (München, Hanser 2011) ein aktuelles Thema auf, nämlich wie wir uns mit weniger Ressourcen weiter entwickeln können. Seine Lösung lautet als Ingenieur: mit besserer Technik. Dies kann nur mit besserer Bildung erreicht werden, was auf allen Stufen (Schule, Hochschule, mehr Frauen) umgesetzt werden muss. Intensiv sollte der Ingenieurmangel bekämpft werden. Joseph Vogel stellt in seinem Buch "Das Gespenst des Kapitals" (Zürich 2011, diaphanes) die wichtige Frage, ob die irrationalen Schwankungen an den Finanzmärkten Ausnahmefälle oder nicht eher reguläre Prozesse im System der kapitalistischen Wirtschaft sind. Es ist die Grundfrage nach der Effizienz und Rationalität des Systems.

Aus dem Jahr 2012: Hickel, Rudolf: Zerschlagt die Banken. Entmachtet die Finanzmärkte, Berlin 2012. Der Autor fordert die Rückkehr zu einer Ökonomie der Wertschöpfung. Banken sollten sich auf ihre klassischen Servicefunktion, insbesondere Kredite, beschränken. Er fordert die Trennung von Investment- und Geschäftsbanken und ein Verzicht auf Spekulationen. David Graeber: Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus. Es gibt Alternativen zum herrschenden System, München (Pantheon) 2012 (Original 2011 New York: Revolution in Reserve). Graebner, Professor für Ethnologie, ist einer der führenden Köpfe der "Occupy Wall Street" - Bewegung. Im Mittelpunkt stehen der Einfluss von Geld auf die Politik und die zu hohen Schulden jeder Art. Er entwirft das Bild einer anderen menschlichen Gemeinschaft. Man merkt dem Buch allerdings an, dass es an ökonomischem Sachverstand mangelt. Die Kritik am Neoliberalismus wird jedoch überzeugend vorgebracht. Fundiert ist seine Kritik an der Rationalität "als Diener eines bestimmten Zwecks". Interessant ist die Hypothese, dass zu hohe Schulden eines Landes zur Revolution führen. Die Aussage, dass der Kredit älter als der Tauschhandel ist, dürfte kaum überprüfbar sein. Das Buch von Paul Krugmann "Vergesst die Krise! Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen" (Frankfurt, Campus 2012; Originalausgabe: End This Depression Now!, New York, Norton 2012) ist ein flammendes Plädoyer für eine Keynesianische Wirtschaftspolitik in der aktuellen Situation der Nach-Weltwirtschaftskrise. "Der Aufschwung, nicht der Abschwung, ist der Zeitpunkt für Sparmaßnahmen". Die Regierungen müssten solange mehr Geld ausgeben, bis der private Sektor wieder in der Lage sei, den Aufschwung zu tragen. Krugman verkennt bei Deutschland aber, dass wir in einem Aufschwung sind. Im Abschwung sind überwiegend die Peripherieländer der EU wegen ihrer hohen Schulden und fehlender Wettbewerbsfähigkeit. Der Wall-Street-Experte James Rickards verbindet Währungskriege mit der Existenz eines Landes. Sein Buch "Währungskrieg. Der Kampf um die monetäre Weltherrschaft" (FinanzBuch Verlag, München 2012) zeigt insbesondere am Beispiel der USA auf, wie das Anschmeißen der Notenpresse ein großes Glücksspiel ist. Ausführlich werden die Finanzkriege und die Währungskriege analysiert, um auf die nächste globale Krise hinzuweisen, bei der China die besten Karten hat (Der Dollar ist nicht zukunftsfähig,.... Ebenda, S.336). Der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz behandelt in seinem Buch "Der Preis der Ungleichheit. Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht" (Siedler, München 2012) die zunehmende Ungleichheit in den meisten Ländern der Welt. Diese besteht darin, dass immer weniger Menschen einen immer größeren Reichtum haben, während die Mittelschicht ausgedünnt wird und die Zahl der Armen wächst. Als Ursachen macht er die Marktwirtschaft und die Politik sowie die Globalisierung aus. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Risiken dieser Entwicklung. So fragt Stiglitz, warum die USA die bankrotten Banken retten, aber die überschuldeten Hauseigentümer im Stich lassen. Günter Faltin, selbst ein erfolgreicher Unternehmer (Teekampagne) und Professor an der FU Berlin, beschäftigt sich in seinem Buch "Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen" (dtv, München 2012, Erstauflage 2008) Unternehmensgründungen, die weniger von Kapital und Technologie sondern von den Ideen und der Kreativität ihrer Gründer abhängen. Erfolgreiche Unternehmen entstünden im Kopf.  Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo geben in ihren Buch "Poor Economics" (München, Knaus, 2012) ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut ab. Geschildert wird die Armutsfalle, das private Leben und das institutionelle und gesellschaftliche Umfeld. http://www.pooreconomics.com .

Aus dem 2013: Frank Schirrmacher: Ego - Das Spiel des Lebens (München: Blessing 2013). Er berichtet von der Ausbreitung der Ideologie, in der der Egoist der bessere Mensch ist, weil das Tun berechenbar ist ("Die neue Ökonomie bedient sich der Maschine, und sie erfasst den Menschen mit der Mathematik", Der Spiegel 7/2013, S. 114). Er nennt das auch ökonomischen Imperialismus. Das Ego-Modell sei ursprünglich im Kalten Krieg (Rand Corporation) entwickelt worden und habe nun die Herzen der Menschen erreicht. Das Täuschen und Finassieren nehme in einer "marktkonformen Demokratie" überhand, weil die Informationsökonomie Gefühle, Vertrauen und soziale Kontakte genauso wie Waren bewerte. Riesige Institutionen wie Google, Apple, Facebook vermarkten den Geist. Im Mittelpunkt steht auch die Spieltheorie. Bestimmte Teile der Gesellschaft könnten nicht mitspielen, wie in der Realwirtschaft der deutsche Mittelstand. Claudia Kemfert zeigt in ihrem Buch "Kampf um Strom", was mit der Energiewende verbunden ist (Hamburg 2013, Murmann-Verlag). Sie beschäftigt sich mit dem Zeithorizont, dem Unterschied zum Atomausstieg, den Kosten und einigen anderen Konsequenzen. Sie versucht, Mythen und Lügen in der Diskussion zu entlarven, die besonders von den Monopolen und anderen Machtzentren ins Spiel gebracht werden. Ronald Coase/ Ning Wang: Chinas Kapitalismus. Weg ohne Plan und Zukunft? Stuttgart 2013 (Schäffer-Poeschel). Die Autoren zeigen den Aufstieg Chinas in den letzten 35 Jahren. Sie sehen dabei eher "marginale Revolutionen", die das Land dem Markt öffneten. Im Machtmonopol der Regierung sehen sie eine Behinderung des riesigen Wachstumspotentials. Joachim Bauer (Arbeit - Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht, München/ Karl Blessing Verlag 2013) fordert, dass die Arbeit für den Menschen da ist. Der beschreibt des Arbeitsumfeld in unserer heutigen Zeit. Er stellt eine Verbindung zur Neurobiologie her, beschreibt die atypische Arbeit und geht auf Burn-out ein. Michael J. Sandel behandelt aus moralphilosophischer Sicht das Thema "Gerechtigkeit" (Gerechtigkeit - Wie wir das Richtige tun, Berlin/ Ullstein 2013, Originalausgabe Justice, New York 2009). Er charakterisiert die Kriterien für gerechtes Handeln. Inhalt: Utilitarismus, Libertanianismus, Märkte und Moral, Immanuel Kant, John Rawls, Positive Diskriminierung, Aristoteles, Loyalitätskonflikte, Gemeinwohl. Chrystia Freeland, Die Superreichen, Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite, Frankfurt (Westend) 2013. Original 2012 "Plutocrats". Die Autorin zeigt den Aufstieg einer neuen globalen Plutokratie. Dies ist eine der bedeutendsten wirtschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit. Daron Acemoglu und James A. Robinson (Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut, Frankfurt a. M./ S. Fischer 2013) zeigen, "mit welcher Macht die Eliten mittels repressiver Institutionen sämtliche Regel zu ihren Gunsten manipulieren" (Ebenda, Umschlagtext). Sie gehen den Fragen nach, wodurch die große Ungleichheit in der heutigen Welt entsteht und wie man ihr begegnen kann.

Aus dem Jahr 2014: Laurence C. Smith wagt in seinem Buch "Die Welt im Jahr 2050. Die Zukunft unserer Zivilisation" (Berlin: Pantheon 2014) eine Prognose über relativ viele Jahre. Er ist Geowissenschaftler an der Universität von Kalifornien, Los Angeles. Das Ergebnis ist ein Szenario: Der Norden (Russland, USA, Kanada, Island, Norwegen u. a./ Norc) werden ein enormes Potential entwickeln, wirtschaftlich profitieren und insgesamt stabiler sein als die Länder der südlichen Breitengrade. Er macht vier globale Kräfte aus: Demographie, natürliche Ressourcen, Globalisierung und Klimawandel. Weiterhin hat er vier Annahmen: Keine 'Wunder, kein dritter Weltkrieg, keine "Flaschengeister" und gute Modelle. Klaus Simon stellt in seinem Buch "Zwickmühle Kapitalismus. Auswüchse und Auswege", Marburg (Tectum-Verlag) 2014 Alternativen zum Kapitalismus auf. Unter solidarischer Ökonomie versteht er eine Form des Wirtschaftens, bei dem nicht der individuelle Vorteil und das Profitstreben im Mittelpunkt steht (Bedürfnisse der Gemeinschaft; nicht konkurrieren, sondern kooperieren; eigene Initiative und Selbstorganisation). Solidarische Ökonomie verändert die Beteiligten; es entstehen mehr Genossenschaften; Gemeinschaft entsteht durch Beziehungen zu Gemeinschaftsgütern (Commons, Peer-Produktion). In seinem neuen Buch von 2014 (Jeremy Rifkin, The Zero Marginal Cost Society, Verlag Palgrave Macmillan; in Deutsch: Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft, Frankfurt/ Campus-Verlag 2014) stellt Jeremy Rifkin u. a. fünf Thesen auf: 1. Arbeit verschwindet; 2. Jeder wird zum Fabrikanten; 3. Kosten für Strom und Verkehr sinken; 4. Teilen statt Besitzen; 5. Kollektive verdrängen Unternehmen (Gemeinsinn löst das Streben nach Gewinn ab). Die kapitalistische Gesellschaft entwickelt sich zu einer hybriden Wirtschaft. Der eine Teil besteht aus dem kapitalistischen Markt. Der andere Teil aus einem neuen System des Gemeinguts. Durch die Digitalisierung entwickeln sich immer neue Formen des Kollektivs als Wirtschaftsform (Teilen von Wohnungen über Airbnb; gemeinsame Nutzen von Autos; Massen-Onlinekurse). Jeremy Rifkin spricht von einem Paradigma der kollaborativen Commons. Das führe zum Niedergang des Kapitalismus und einem Systemwechsel zur Gratis-Welt. Georg von Wallwitz, Fondsmanager, Mathematiker, Philosoph, gibt in seinem Buch "Odysseus und die Wiesel. Eine fröhliche Einführung in die Finanzmärkte" (München/ Piper 2014) einen gelassenen Überblick über die Finanzmärkte aus unterschiedlichen Perspektiven. Odysseus ist für ihn im positiven und negativen Sinne das Ideal des modernen Unternehmers. Das Wiesel ist für Beutemachen viel zu klein und scheitert immer wieder. Es ist zu dürftig ausgestattet, um die Finanzwelt zu begreifen. Nebenbei erfährt man einiges über die Geschichte, auch die Ideengeschichte, der Finanzmärkte. Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert, München 2014. Dies ist ein Buch des französischen Ökonomen über die Ungleichheit im Kapitalismus (Capital in the Twenty-First Century, Harvard University Press, 2013 in Französisch: Le capital au XXI siecle, Paris). Seine Grundthese lautet: Der Kapitalismus schädigt die Demokratie. Leistung lohnt sich doch nicht. Es gibt eine wachsende Konzentration des Vermögens auf der Welt. Das Buch hat schnell eine große Verbreitung in der Welt gefunden, vor allem in den USA. Der britische Ökonom und Berater von Londons Bürgermeister Johnson Gerard Lyons prognostiziert in seinem Buch "Das Neue Wirtschaftswunder, Berlin/ Ullstein 2014" in den kommenden zwanzig Jahren ein enormes Wachstum in der Weltwirtschaft. Asien wird an wirtschaftlicher Macht gewinnen und seine Allianz mit den afrikanischen Staaten noch verstärken.

 Aus dem vorvorvorletzten Jahr 2015: Benedikt Herles: Die kaputte Elite. Ein Schadensbericht aus unseren Chefetagen, München 2015. Eine Analyse der Management-Probleme der Wirtschaft.Der Autor sieht die Ursache vor allem in einer völlig falschen Ausbildung an den Hochschulen. Besonders die Volkswirtschaftslehre bekommt ihr Fett ab. Herles setzt sich für mehr Kreativität, Mut und Ethik ein. Erich Follath: Die neuen Großmächte. Wie Brasilien, China und Indien die Welt erobern, München 2015 (Goldmann, als Taschenbuch). Diese drei Länder überholen mit ihren Wirtschaftsleistungen die alten Weltmächte. Eine neue Ordnung der Weltwirtschaft mit einer anderen Machtverteilung wird folgen. Im Mittelpunkt des Buches stehen allerdings politische Entwicklungen. Die wirtschaftliche Dimension kommt etwas zu kurz. Jürgen Bruhn will mit seinem Buch "Die Bestie zähmen. Wege aus dem Raubtierkapitalismus in eine neue Ökonomie" (Tectum, Marburg, 2015) für ein neue Konzeption in der Ökonomie eintreten. Er legt unter anderem einen Maßnahmenkatalog gegen ein unmenschliches Wirtschaftssystem vor.  Nach der Meinung des Autors gehen die Vorstellungen von grenzenlosen Wachstum, Ausschaltung der Konkurrenten und von Profitmaximierung dem Ende entgegen. Der Inhalt wirkt etwas oberflächlich, Effekt haschend  und undifferenziert. In dem Buch "Mit dem Wasser kommt der Tod" (KBV) verbindet der Autor Manuel Vermeer die Themen Klimawandel, Wasser, China, Tibet und Indien. Es geht um skrupellose Geschäfte mit dem "höchsten Gut". Das Ganze wird in Form eines Krimis erzählt. Hauptperson ist die deutsche Ingenieurin Cora Remy. Schauplätze sind unter anderem  Qingdao, Lhasa, ein Base Camp des Mount Everest und das Ufer des Brahmaputra. Vgl. auch  www.wermeer-consult.de . Große Bereiche des Busches vermitteln aber Wissen über Asien und seine geistigen Strömungen, seine Geschichte und Vieles mehr. Das Buch von Petra Pinzler, Wirtschaftsexpertin der ZEIT, mit dem Titel "Der Unfreihandel. die heimliche Herrschaft von Konzernen und Kanzleien" (Reinbek bei Hamburg, Oktober 2015) beschäftigt sich mit dem weltweiten Protest gegen die aktuelle Handelspolitik in Form der geplanten Abkommen TTIP, TISA, CETA. Grundthese des Buches ist, dass die Regeln der Weltwirtschaft gerade umgeschrieben werden zugunsten von Konzernen und Kanzleien. Hart umkämpfte Umweltstandards und soziale Errungenschaften würden zu unerwünschten Handelshemmnissen umdefiniert. Joseph E. Stiglitz/ Bruce C. Greenwald: Die innovative Gesellschaft. Wie Fortschritt gelingt und warum grenzenloser Freihandel die Wirtschaft bremst (Berlin 2015, Ullstein). Grundthese des Buches ist, dass grenzenloser Freihandel nicht zu mehr Wirtschaftswachstum führt. Besser ist eine lernfähige und innovative Gesellschaft. Das Buch liefert den Gegnern von TTIP starke Argumente.

 Aus dem vorvorletzten Jahr 2016:Frank Niessen: Entmachtet die Ökonomen! Warum die Politik neue Berater braucht (Marburg 2016: Tectrum Verlag). Der Autor setzt bei den Wunden der Ökonomie in letzter Zeit an: Schuldenkrise, Finanzkrise, Massenarbeitslosigkeit, Armut, extreme Ungleichheit. Er sieht darin auch ein Versagen der Politikberatung. Dann entwickelt der Autor Leitlinien für eine humanere Wirtschaftswissenschaft und globale Bekämpfung der Armut sowie einen wirksameren Schutz der natürlichen Umwelt. Kösters, Judith/ Ließmann, Heike/ Karl-Heinz Wellmann (Hrsg.): Welt der Wirtschaft (Campus, hr iNFO, Frankfurt 2016). Die Autoren zeigen aktuelle und neue Fragen, die möglichst einfach erklärt werden, indem sie auf ökonomische Grundsatzfragen herunter gebrochen werden. Es geht um Hintergrundwissen und Denkanstöße. Z. B. wie verändern Globalisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt? Das Buch eignet sich hervorragend, um aktuell ökonomisch auf dem Laufenden zu sein. Klaus Schwab: Die Vierte industrielle Revolution, München 2016 (Verlagsgruppe Random House). Christoph Keese: Silicon Germany. Wie wir die digitale Transformation schaffen, München/ Knaus 2016. Beide Bücher beschäftigen sich mit der Digitalisierung, der prägenden Entwicklung unserer Zeit. "Nie hat es eine Zeit gegeben, die so große Möglichkeiten und zugleich so große Gefahren bereithielt", Klaus Schwab. Silicon Germany deckt die Schwächen unserer Wirtschaft auf, und macht Vorschläge für die Gestaltung der Zukunft. Mit der Digitalisierung und den Folgen für das Finanzsystem der ganzen Welt beschäftigt sich auch folgendes Buch: Don Tapscott/ Alex Tapscott, Die Blockchain Revolution, Wie die Technologie nicht nur unser Finanzsystem, sondern die ganze Welt verändert. Kulmbach (Plassen Verlag) 2016. Es wird gezeigt, welches Potential in dieser Technologie steckt. "Sie hat das Zeug dazu, nahezu jeden Bereich - vom Bank- über das Gesundheitswesen bis zur gerechteren Verteilung von Wohlstand - auf den Kopf zu stellen" (Quelle: Umschlagtext). Ulrike Herrmann: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung, Frankfurt/ Main 2016 (Westend Verlag). Es geht um die Krise der heutigen Ökonomie. Sie analysiert, was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können.  Diese spielten heute in der Lehre der Universitäten zu Unrecht keine große Rolle mehr. Die Curricula erlauben keine längere Lektüre mehr. Ende 2016 erscheit ein Buch von Hans-Werner Sinn, der mittlerweile pensioniert ist: Der Schwarze Juni (Freiburg: Herder 2016). Ausgangspunkt sind zwei Ereignisse im Juni 2016: Die Brexit-Entscheidung vom 23. Juni 2016 und die OMT-Entscheidung des deutschen Verfassungsgerichts. Damit verknüpft werden andere Ereignisse analysiert: Die Flüchtlingswelle, die Gigantomanie der EZB. Am Ende wird ein 15-Punkte-Plan zur Neugründung Europas aufgestellt. "Time For Change" ist ein Buch des früheren griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis  (Untertitel: Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre, Köln: Bastei Lübbe 2016). In diesem Buch entfaltet er die Grundlagen seines Denkens. im Mittelpunkt stehen Themen wie Ungleichheit, Krisen und Schulden.

 Aus dem vorletzten Jahr 2017:  Colin Crouch: Die bezifferte Welt. Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht, Berlin 2017 (englische Originalausgabe 2015). Die zentrale These ist, dass auf dem Weg in die Informationsgesellschaft die zentrale Ressource auf der Strecke bleibt, nämlich das Wissen selbst. Crouch versucht anhand von vielen Beispielen nachzuweisen, dass der Neoliberalismus alternative Formen des Wissens korrumpiert. Der Markt sei keine perfekte Wissensmaschine, würde er ungehindert operieren, zerstöre er die Gesellschaft. Claudia Kemfert: Das Fossile Imperium schlägt zurück. Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen, Hamburg (Murmann) 2017. Kemfert hält die Energiewende für das wichtigste Projekt der globalen Agenda. Die "alten" Energien wollen nach der Ansicht der Autorin mit "Fake News" ihren ursprünglichen Platz wiedergewinnen. Deshalb sollen alle dafür kämpfen, dass Volkswirtschaften in alternative Energien investieren. Mojib Latif: Die Meere, der Mensch und das Leben. Bilanz einer existenziellen Beziehung, Freiburg, Basel, Wien (Herder) 2017. Darin geht es um die Fragen: Was wissen wir über die Meere? Welche Rolle spielen die Ozeane beim Klimawandel? Wie sieht die Zukunft aus? Die Weltmeere sind die Grundlage unseres Lebens und wichtigste Ressource. In seinem Buch "Verteilungskampf. Warum Deutschland immer ungleicher wird"  (München 2017, vorher schon Berlin 2016) weist der Autor Marcel Fratzscher (DIW und HU Berlin) darauf hin, dass in kaum einem anderen Land der Abstand zwischen Arm und Reich so stark ist wie in Deutschland. Wenn nicht eine neue Politik neue Chancen implementiere, drohe ein Verteilungskampf. Viktor Mayer - Schönberger, Thomas Ramge: Das Digital. Markt, Wertschöpfung und Gerechtigkeit im Datenkapitalismus, Berlin (Econ) 2017. Die Frage nach dem Mehrwert stelle sich im Übergang zum globalen Datenkapitalismus neu. Mit Daten könne man den Markt neu erfinden. Die Profite sollten aber nicht nur den Datenmonopolisten zugute kommen. Der Staat müsse digitaler Wettbewerbshüter sein, damit Datenkartelle nicht die Macht übernehmen. Alvin E. Roth: Wer kriegt was und warum? Bildung, Jobs und Partnerwahl: Wie Märkte funktionieren, München (Pantheon) 2017. Roth ist Ökonomie-Nobelpreisträger 2012. Er ist Erfinder des "Market Design" im Rahmen der Spieltheorie. Es geht um Märkte, die uns täglich begegnen und sich nicht über Preise regeln (Partnervermittlung, Organspende, Hauskauf, Parkplatzsuche). Richard H. Thaler/ Cass R. Sunstein: Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt, Berlin 2017. Es handelt sich nur um eine neue Auflage (die erste in Deutsch ist von 2011). Im Englischen lautet der Titel von 2008: Nudge. Improving Decisions About Health, Wealth and Happiness. Thaler erhielt 2017 für seine verhaltensökonomischen Konzepte den Wirtschaftsnobelpreis. Die Menschen verhalten sich von Natur aus nicht rational. Nur mit List können sie dazu gebracht werden, vernünftig zu handeln. Rechtzeitig zum 200. Geburtsjahr von Karl Marx erscheint eine Reihe von Biographien. Eine davon ist die von Jürgen Neffe: Marx. Der Unvollendete, München 2017 (Bertelsmann). Neffe erklärt auch die ökonomischen Theorien in verständlicher Formund konfrontiert sie mit der Realität. "Sein Fazit: Marx ist nicht tot, er ist aktueller denn je" (Quelle: Ebenda, Umschlagtext). Eine weitere Marx-Biographie hat Gareth Stedman Jones vorgelegt. Es handelt sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Der Titel lautet nur "Karl Marx" (Frankfurt, S. Fischer, 2017, 891 S.). Jones geht besonders intensiv auf die Zeit von Marx in England ein. Er legt auch sein besonderes Augenmerk auf die Zusammenhänge mit geschichtlichen Ereignissen. Er erklärt Marx aus der Zeit heraus und geht auch auf die Gedanken von Kant, Hegel, Feuerbach, Ricardo und anderen ein.

Aus dem letzten Jahr 2018: Paul Mason: Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie, Berlin (Suhrkamp) 2018. Die englische Originalausgabe ist bereits 2015 erschienen unter dem Titel "PostCapitalism. A Guide to Our Future" (London, Penguin Books). Paul Mason ist englischer Fernsehjournalist. Er ist Gastprofessor in Wolverhampton. Er bündelt Überlegungen von Piketty, Graeber, Rifkin und Negri. Wir stehen am Anfang von etwas Neuem. In der Welt der Netzwerke, der Kooperationen und des digitalen Überflusses könnten die Visionen von Karl Marx aktueller denn je sein. Kate Raworth: Die Donut-Ökonomie, München (Hanser) 2018. Die englischsprachige Originalausgabe ist 2017 in London erschienen: Doughnut Ecomomics. Seven Ways to think Like a 21sr-Century Economist. "Das Wesen des Donuts: ein gesellschaftliches Fundament des Wohlergehens, unter das niemand abstürzen sollte, und eine ökologische Decke des planetarischen Drucks, über die wir nicht hinausgehen sollten. Zwischen beiden Bereichen liegt ein sicherer und gerechter Raum für alle", S. 20. Wenn das Ziel der Menschheit im 21. Jahrhundert darin besteht, in das Innere des Donuts zu gelangen, welche ökonomische Denkhaltung eröffnet uns dann die besten Chancen, dies zu erreichen?", S. 20.  "Das machtvollste Werkzeug in der Ökonomie ist nicht das Geld, auch nicht die Mathematik. Es ist der Bleistift. Denn mit einem Bleistift kann man die Welt neu zeichnen", S. III. Christian Spancken: Digital Denken statt Umsatz verschenken. Online-Strategien für den Mittelstand, Berlin (Ullstein) 2018. Der Autor zeigt das enorme Potential auf, dass die Digitalisierung dem Mittelstand bietet. Digitale Maßnahmen müssen neben die klassischen treten, damit Unternehmen auch in Zukunft am Markt bestehen können. Die Digitalisierung ändert die Spielregeln im gesamten Wirtschaftsleben, besonders im B2B-Geschäft. Richard Thaler: Misbehaving. Was uns die Verhaltensökonomik über unsere Entscheidungen verrät, München (Siedler) 2018. Thaler hat eine Theorie des libertären Paternalismus entwickelt. Durch gezieltes Anstupsen (Nudging) sollen die Menschen in ihren Entscheidungen zu Positivem beeinflusst werden. Allerdings können die unterbewussten "Entscheidungshilfen auch von der Politik und Unternehmen missbraucht werden. "Warum fällt es uns so schwer, Geld fürs Alter zurückzulegen, obwohl dies sinnvoll wäre? Warum können wir keinem vermeintlichen Schnäppchen widerstehen?" (Umschlagtext). Lesch, Harald/ Kamphausen, Klaus: Die Menschheit schafft sich ab, München (Knaur) 2018. Erzählt wird die Geschichte der Menschheit, die vor 160.000 Jahren begann. Von Anfang an griff der Mensch in die Natur ein. Heute betreibt die Menschheit Raubbau an der Natur, getrieben vom Hunger nach Energie und verschwenderischem Wohlstand. Wie kann  dieser Teufelskreis durchbrochen werden? Wieland Wagner: Japan. Abstieg in Würde. Wie ein alterndes Land um seine Zukunft ringt, DVA, München 2018: Japans Wirtschaft, die lange Zeit als unbesiegbar galt, befindet sich seit Jahrzehnten in einer Abwärtsspirale. Die Stagnation verändert den Alltag und die Gesellschaft in Japan, das sich tief greifenden Reformen verweigert. Was dieses Buch so interessant macht, ist, dass wir in Deutschland viel daraus für uns lernen können. Achim Wambach/ Hans Christian Müller: Digitaler Wohlstand für Alle. Ein Update der Sozialen Marktwirtschaft, Frankfurt/ New York (Campus) 2018. Daten statt Preise, Monopole statt Wettbewerb, Sharing statt Eigentum, Crowdworking statt Sozialpartnerschaft. Die Digitale Revolution stellt die Art und Weise des Wirtschaftens auf den Kopf. Siehe Umschlag-Text. Winfried Kretschmann: Worauf wir uns verlassen wollen. Für eine neue Idee des Konservativen, Frankfurt am Main (S. Fischer) 2018. "Geprägt durch seine persönliche und politische Biographie und seine Lektüre von philosophen wie Aristoteles, Immanuel Kant oder Hannah Arendt, plädiert er leidenschaftlich für einen wertgebundenen Konservatismus, der sich an der Sache hält, an Prinzipien, an Maß und Mitte. Ein Konservatismus, der sich von der Zukunft her denkt und nicht von der Vergangenheit", a. a. O, Klappeninnenseite.

Aus dem aktuellen Jahr 2019: Paul Collier: Sozialer Kapitalismus. Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft, München (Siedler) 2019. Der Autor sieht einen Riss durch das Fundament der Gesellschaft - zwischen den Metropolen und dem Rest des Landes, zwischen den urbanen Eliten und der Mehrheit der Bevölkerung. Eine Ideologie des Einzelnen greift um sich, die auf Selbstbestimmung beharrt, auf Konsum abzielt und sich dabei von der Idee gegenseitiger Verpflichtungen und des Gemeinwohls verabschiedet. Er beschreibt diese soziale und kulturelle Kluft. Ein sozialer Kapitalismus soll auf einer Ethik der Gemeinschaft beruhen. Dazu bedarf es neuer Grundlagen der Moral: einen ethischen Staat, das ethische Unternehmen, die ethische Familie und die ethische Welt. Vgl. S. 43ff. Theo Sommer: China First, München (C. H. Beck) 2019. Der Aufstieg Chinas zur globalen Führungsmacht wird beschrieben. Es wird deutlich gemacht, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind. "Das chinesische Jahrhundert hat begonnen. Es kommt darauf an, es zu verstehen und sich zu behaupten" (Klappentext).  Peter Frankopan: Die Neuen Seidenstrassen. Gegenwart und Zukunft unserer Welt, Berlin (Rowohlt) 2019. "Einst führten alle Wege nach Rom. Heute führen sie nach Peking" (Umschlagtext). Ein Buch über den Wiederaufstieg Asiens - und den Beginn einer neuen Epoche. Die "Neuen Seidenstrassen" sind das größte Infrastrukturprojekt aller Zeiten. Sie werden zu den Lebensadern der Welt. Trumps Handelskrieg ist nur ein Symptom des Abstiegs der USA. Asien rückt zusammen und dringt immer entschiedener nach Westen. Frankopan ist Historiker und Professor für Globalgeschichte an der Universität Oxford.  Matthias Messmer/ Hsin-Mei-Chuang: China an seinen Grenzen. Erkundungen am Rande eines Weltreichs, Stuttgart 2019 (Reclam). Die Autoren umrunden die Volksrepublik. Sie versuchen, kulturelle Einflüsse und Eigenheiten zu erkunden. So ist es auch eine Analyse der Politik und Geschichte Chinas. Christoph Türcke: Digitale Gefolgschaft. Auf dem Weg in eine neue Stammesgesellschaft, München (C. H. Beck) 2019. "Während die Bindungskräfte von Familien, Institutionen, Parteien, Verbänden und Staaten schwinden, entstehen um digitale Plattformen wimmelnde Schwärme und Horden. Ihre Benutzer sind Follower. Digitale Gefolgschaft hält die Clans zusammen" Quelle: Umschlagtext. Die Nutzer werden nicht geknechtet, sondern ausgesaugt. Das Bildungs-, Gesundheits- und Verkehrssystem sollen nach dem Prinzip der Plattform umgebaut werden. Es soll aufgezeigt werden, wohin die Dynamik der Digitalisierung führt. Aaron Koenig: Die Dezentrale Revolution. Wie Bitcoin und Blockchain Wirtschaft und Gesellschaft verändern, München (FBV) 2019. Sie träumen von eine freien Gesellschaft ohne Machthaber und zentrale Autoritäten. Freiwillige Vereinbarungen sollen Hierarchien und Machtstrukturen ersetzen. Mit Krypto - Währungen und Blockchain -Technologie stehen zum ersten Mal in der Geschichte Mittel zur Verfügung, um eine solche Utopie umzusetzen. Hans Rosling (zusammen mit Anna Rosling Rönnlund und Ola Rosling): Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, Berlin 2019. Mit Hilfe der kognitiven Psychologie rückt der geniale schwedische Statistiker Verzerrungen in der Statistik zu Leibe. Er zeigt 10 Instinkte auf, die zu Verzerrungen führen und die daher kontrolliert werden müssen. Damit kann man ein besseres Verständnis der Welt erreichen, bessere Entscheidungen treffen und Urteile fällen, die auf soliden Fakten basieren. Sarah Spiekermann: Digitale Ethik. Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert. München (Droemer) 2019. Es geht um ethische Technikentwicklung. Wir müssen mehr denn je Werte hinterfragen, die durch Technik entstehen. Dabei geht es nicht um Geld oder Effizienz. sondern um Zufriedenheit, Gemeinschaft, wissen. Nur so können wir in einer digitalen Welt ein gutes Leben führen (aus dem Umschlagtext).

"Los libros hacen libre al que los quiere bien", Vicente Espinel (Bücher machen den frei, der sie gern hat). 

 

Aktuelle bzw. bedeutende Ökonomen:

- In jeder mündlichen Prüfung der VWL werde ich  eine Frage zu J. H. von Thünen  (1783-1850) stellen, der  einer der bedeutendsten und einflussreichsten Volkswirte Deutschlands ist. Literaturempfehlungen: J. H. von Thünen: Der isolierte Staat, Aalen 1990 (1. Auflage bei Perthes in Hamburg 1826). Bei der Jahrestagung des Vereins für Sozialpolitik wird seit 25 Jahren zu Beginn immer eine Thünen - Vorlesung gehalten. 2010 resümiert Martin Hellwig "in unserer Wissenschaft klafft eine große Lücke zwischen der Modelltheorie und dem Umgang mit praktischen Fragen der wirtschaftspolitischen Realität". "Man kann von dem redlichen Willen, seine Pflicht zu erfüllen, beseelt sein, und doch anderen großes Unrecht tun, wenn man nicht weiß und nicht erkennt, was Pflicht ist", Thünen. Der wichtigste (von der Auswirkung her) und bekannteste deutsche Nationalökonom (obwohl er eine juristische Ausbildung hatte) ist natürlich Karl Marx (1818-1883). Mit folgendem Zitat beweist er fast hellseherische Fähigkeiten, was die Krise 2008/2009 angeht: "In einem Produktionssystem, wo der ganze Zusammenhang des Reproduktionsprozesses auf Kredit beruht, wenn da der Kredit plötzlich aufhört und nur noch bare Zahlung gilt, muss augenscheinlich eine Krise eintreten, ein gewaltiger Andrang nach Zahlungsmittel", Das Kapital, 3. Band (1894). Peinlich ist meiner Meinung nach, dass ausländische Volkswirte ( z. B. in China ist er ein Volksheld, vgl. meinen Vortrag)  sich auch heute noch intensiver mit ihm beschäftigen als die Deutschen (das war schon bei Max Weber in der Soziologie so). Zumindest für die VWL - Grundlagen-Veranstaltung beim Studiengang "International Business Management East Asia"  habe ich deshalb den Marxismus wieder stärker gewichtet. Sehr einflussreich, vor allem in Asien, war auch Friedrich List (1789 - 1846), der auf die Vorteile von Protektionismus hinwies und damit als einer der ersten Ökonomen die Freihandelsthese der britischen Ökonomen in Frage stellte. Sein Hauptwerk "Das Nationale System der Politischen Ökonomie" war das erste volkswirtschaftliche Lehrbuch in deutscher Sprache überhaupt. In Tübingen wurde für ihn auch einer der ersten volkswirtschaftlichen Lehrstühle in Deutschland geschaffen, bis er beim württembergischen König in Ungnade fiel. Es gibt in Deutschland ein Friedrich List Institut an der Hochschule Reutlingen. "Was aber soll uns eine Wissenschaft, die nicht den Weg beleuchtete, den die Praxis wandeln soll?" Thünen, Marx und List sind die berühmtesten deutschen Ökonomen (vor allem im Ausland), obwohl sie alle keine spezielle ökonomische Ausbildung hatten.

- Seit 2004 gibt es in Deutschland eine Keynes - Gesellschaft (John M. Keynes, 1883-1946). Hier kann man auch Informationen über die Biographie, die Weltwirtschaftskrise und die "General Theory" (2006 ist eine neue Übersetzung auf Deutsch erschienen, Duncker und Humblot, Berlin) abrufen. Revolutionär war für die damalige Zeit Keynes` Ansicht, dass marktwirtschaftlicher Wettbewerb nicht notwendigerweise zur Vollbeschäftigung führt. Er entwarf daher das Instrument der Nachfragesteuerung, um ein hohes Beschäftigungsniveau zu sichern. In seinem Essay "The Economic Possibilities for Our Grandchildren" schreibt er über die zentrale Bedeutung des technischen Fortschritts: "Das Ausbleiben wichtiger technischer Erfindungen zwischen dem prähistorischen Zeitalter und der vergleichsweise neuen Zeit ist wirklich erstaunlich. Fast alles, was noch zu Beginn der Neuzeit wirklich eine Rolle spielt, war bereits dem Menschen der Vorzeit bekannt". Allerdings ist die Erfindung der Landwirtschaft im 12. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien oder Anatolien der größte Umbruch der Geschichte. Noch mal sehr stark wirkte die Erfindung des Buchdrucks. Der Kern seiner Lehre ist, dass der Kapitalismus aus sich selbst heraus instabil und unfähig ist, aus eigener Kraft sein Schwäche zu überwinden. Der Staat ist in der Lage, die Schwäche zu beheben und  die Marktwirtschaft am Laufen zu halten, am ehesten , indem er die staatliche Nachfrage erhöht (hochaktuell! In seinem Buch "Die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags von Versailles (1919)" beschäftigt er sich indirekt mit der Globalisierung, ohne das der Begriff damals verwendet wurde. 1930 freute es sich auf ein Ende des Wachstums in hundert Jahren, weil die Bedürfnisse des Menschen mit wenig Aufwand zu befriedigen seien. In der Geldanlage (als Dozent verdient er zu wenig) verfolgte er eine Langzeitstrategie: Das auf und Ab der Märkte sei nicht berechenbar. Erstklassige Unternehmen mit gutem Management auswählen (betriebwirtschaftliche Kennziffern nützlich), auch erfolgreiche Strategien hinterfragen. Im Herbst 2009 hielt ich einen Vortrag bei der Keynes-Gesellschaft mit dem Titel "Keynes meets Marx"). In die Zukunft weist folgendes Zitat von Keynes: "Es werden jene sein, die die Kunst des Lebens an sich zu voller Perfektion kultivieren können, die den Überfluss genießen werden können, wenn er kommt". Das könnte auf das Zeitalter der Digitalisierung zutreffen. Seit 1998 gibt es eine Hayek-Gesellschaft. Sie kämpft gegen Überregulierung, Interventionismus, Vergemeinschaftung von Schulden. 2015 führt ein Machkampf zu Massenaustritten (55 von 320 Mitgliedern). "Freiheit ist wesentlich, um Raum für das Unvorhergesehene und Unvoraussagbare zu lassen; wir wollen sie, weil wir gelernt haben, von ihr die Gelegenheit zur Verwirklichung unserer Zeile zu erwarten", F. A. von Hayek.  Ende 2009 stirbt Paul A. Samuelson (geboren 1915). "Samuelson hat alles verändert, was er anfasste: Die theoretischen Grundlagen seines Feldes, die Art, wie Volkswirtschaftslehre in der ganzen Welt gelehrt wurde genauso wie die Ethik und den Status seines Instituts", Susan Hockfield, MIT. Als erster Amerikaner und zweiter Preisträger erhielt er 1970 den Nobelpreis. Für ihn stand das Zusammenspiel zwischen Staat und Markt im Mittelpunkt. Er war einer der Zeitzeugen der Großen Depression und hat die Lehren von Keynes weiterentwickelt. Sein Lehrbuch der Volkswirtschaftslehre soll das erfolgreichste der Erde sein; er war sicher der einflussreichste Ökonom unserer Zeit und einer der letzten ökonomischen Generalisten. Am 22. Juli 2010 starb Herbert Giersch (geboren 1921 in Polen). Er leitete lange Zeit das Institut für Weltwirtschaft in Kiel und war einer der herausragenden deutschen Ökonomen mit globaler Sicht (Vgl. www.herbert-giersch-stiftung.de). Am bekanntesten ist wahrscheinlich sein Buch "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 2006). Zwischen 1920 und 1932 veröffentlichte Keynes über 50 Artikel im Wirtschaftsdienst (Vgl. http://100jahre.wirtschaftsdienst.eu/john-maynard-keynes.html ).

- Im Jahre 2007 tobt in den USA eine lebhafte Diskussion um das wissenschaftliche Erbe von Milton Friedman, ausgelöst durch ein Essay von Paul Krugman mit dem Titel "Who was Milton Friedman?" und von Akerlof mit einer Kritik an realitätsfremden Annahmen. Am 16.11. 2006 war Milton Friedman ("Die beste Sozialpolitik ist eine freie Marktwirtschaft") im Alter von 94 Jahren verstorben. Er gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Ökonomen  der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Monetarismus, dessen Vordenker er war, bestimmt noch heute die Strategien vieler Notenbanken. Am bekanntesten ist seine Erkenntnis, dass Inflation das Ergebnis einer schlechten Geldpolitik sei. Zentralbanken und der Staat sollten sich prinzipiell aus der Wirtschaft heraushalten und lediglich dafür sorgen, dass die Geldmenge gleichmäßig wachse. Dabei müsse zwischen nominalen und realen Zinssätzen unterscheiden werden. Sein Modell der "negativen Einkommensteuer" wird zur Zeit im Rahmen der Kombilohnmodelle heftig diskutiert. Seine Beratungstätigkeit, vor allem in Chile ("Chicago Boys"), hatte seinem Ruf eher geschadet. 2009 eskaliert ein Ökonomenstreit in Deutschland. Es geht um einen Konflikt zwischen mathematisch orientierten Ökonomen und praktischen Wirtschaftspolitik - Ökonomen. Auslöser ist die Besetzung von VWL - Stellen an der Uni in Köln. In den USA gibt es ein Netzwerk alternativer Ökonomen (Real World Economic Review), das den "Dynamitpreis für Ökonomie" dem Ökonomen verleiht, dessen Thesen am meisten zur großen Finanzkrise beigetragen haben.

- Der "Nobelpreis" für Wirtschaft (Ehrenpreis der schwedischen Reichsbank seit 1968 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens). Die Preise 2018 gehen an die beiden US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer. Ersterer wird für seine Forschung zum Klimawandel und zu nachhaltigem Wachstum geehrt (Pioneer der Umweltökonomik; Plädoyer für CO2-Steuer), der zweite für die Forschung zu ökonomischen Auswirkungen von technischen Innovationen und der Rolle von Ideen beim Wirtschaftswachstum (Natur und Wissen beim Wirtschaftswachstum in historischer Perspektive; was ist die Ursache und wie ist das Tempo des technischen Fortschritts). Romer erklärt das Tempo des technischen Fortschritts, nicht die Richtung.  2017 wird die höchste Auszeichnung der Ökonomie an Richard H Thaler von der University of Chicago vergeben. "Thaler hat die Ökonomie menschlicher gemacht", ließ das Nobelpreis-Komitee verlauten. Thaler hat eine Theorie des libertären Paternalismus entwickelt. Durch gezieltes Anstupsen (Nudging) sollen die Menschen in ihren Entscheidungen zu Positivem beeinflusst werden. Allerdings können die unterbewussten "Entscheidungshilfen auch von der Politik und Unternehmen missbraucht werden. 2016 bekommen wieder zwei Professoren aus den USA den Preis. Der eine, Oliver Hart, ist allerdings Brite. Der andere, Bengt Holmström, Finne und Mitglied der schwedischen Akademie. Hart lehrt in Harvard, Holmström am MIT. Sie werden für ihre Forschungen in der Vertragstheorie geehrt. Sie haben das Verständnis für Vertragsstrukturen gefördert durch ein theoretisches Modell. Auch die Bedeutung von Verträgen wird dadurch deutlicher, vor allem ihr Einfluss auf Verhalten. 2015 geht der Preis an Angus Deaton. Zum Zeitpunkt der Zuteilung ist er 69 Jahre alt und gebürtiger Schotte. Er lehrt seit 1983 in Princeton in den USA. Er ist Mikroökonom (individuelle Konsumentscheidungen, Reaktion auf Steuer - Veränderungen, Nachfragefunktionen, Messung von Lebensstandard, Sozialhilfe). Zentrale Themenkomplexe sind Konsum, Armut und Ungleichheit (berühmtestes Buch "The Great Espace": ein immer größerer Teil des Wirtschaftswachstums geht an die Reichen). Er spricht von einem "endlosen Tanz zwischen Fortschritt und Ungleichheit". Nicht Geldmangel sei das Problem, sondern sinnvolle Verwendung. Deshalb ist er gegen Entwicklungshilfe (sie versickere bei den Korrupten). Die Weltbank solle nur Beratung machen. Deaton arbeitete auch im Bereich der Gesundheitsökonomie. Im Jahre 2014 erhält Jean Tirole von der Uni Toulouse (Toulouse School of Economics, TSE) in Frankreich den Preis für seine Forschungen über Marktmacht und Regulierung (Zähmung mächtiger Unternehmen einer Branche durch gezielte Regulierung; Beispiele: Gebührenberechung bei Kreditkartengesellschaften, Patenpools). Damit bekommt zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder ein Nicht-US-Ökonom den Preis (zuletzt Mundell aus Kanada). Tirole hat auch über Spekulationsblasen im Banken- und Finanzwesen geforscht und geschrieben. Er arbeitet weiterhin auf dem Gebiet der Organisations- und Industrieökonomik. 2013 ging der Nobelpreis an drei amerikanische Wissenschaftler: Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen (beide University of Chicago) und Robert J. Shiller (Yale). Sie bekommen den Preis für ihre empirischen Funde über die Preisbewegungen bei Anlagen wie Aktien , Anleihen. Die Forschungen haben einen starken Praxisbezug und haben die Marktpraxis verändert (günstigere Investition von Haushalten in Aktien). Shiller prägte auch den Herdentrieb und prognostizierte Muster auf Finanzmärkten (krisengeplagte Finanzmärkte, die irren können). Fama und Hansen sehen eher effiziente Finanzmärkte (Effizienzmarkthypothese; Hansen: aber nicht die Realität). Insofern werden gegensätzliche Erkenntnisse geehrt!? Schon 2012 waren die Preisträger zwei US-Wissenschaftler für Erkenntnisse in der Spieltheorie. Es handelte sich um Alvin Roth (Harvard, praktische Lösungen) und Lloyd Shapley (mathematisch, theoretische Grundlagen). Sie haben die Spieltheorie auf stabile Allokationen und die Beschaffenheit von Märkten übertragen. Sie vergleichen verschiedene Zuordnungsmethoden bei Akzeptanz aller Beteiligten (Beispiele: Paarbeziehungen, Spendernieren). 2011 ging der Preis an die beiden Amerikaner Christopher Sims (Princeton) und Thomas J. Sargent (New York). Sie entwickelten Methoden, um die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik in makroökonomischen Modellen abzuschätzen (Zusammenhang Wirtschaftpolitik - volkswirtschaftliche Rahmendaten, "structural macroeconometrics", VAR, Lerneffekte). Da die Ergebnisse über 30 Jahre alt sind, stellt sich die Frage nach der aktuellen Relevanz. Im Jahre 2010 erhielten zwei Amerikaner (Dale T. Mortensen, Peter A. Diamond) und der Brite Christopher A. Pissarides den Preis. Sie können erklären, wie gleichzeitig hohe Arbeitslosigkeit und hohe Nachfrage nach Arbeitskräften auftreten (Informationsrigiditäten, Suchtheorie: Suchkosten, Suchzeiten). Damit haben sie das Verständnis für Märkte (Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt) erhöht und Forschungsergebnisse von hoher praktischer Relevanz gefunden. 2009 ging der Preis an die US-Wissenschaftler Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson.  Ostrom ist die erste Frau mit diesem Preis nach 63 Männern und Politikwissenschaftlerin an der Indiana University in Bloomington. Sie beschäftigt sich mit Institutionen, Bevölkerung und vor allem Umwelt und ist bereits emeritiert. Williamson ist emeritierter Professor in Berkeley und forschte über Institutionen, Führung und Recht. Beide bekommen den Preis für die Forschung über Kräfte alternativ zum Markt, Ostrom für Kooperationen und Gemeingüter, Williamson für Modelle der Konfliktlösung im Unternehmen (Transaktionskostenökonomie). Im letzten Jahr war der amerikanische Ökonom Paul R. Krugman für seine Forschungen über Standortfragen (Neue Ökonomische Geographie, hier hat er viel von Thünen übernommen) und strategische  Handelspolitik (Kritik an der Freihandelsthese von Ricardo) ausgezeichnet worden. Seine Ideen sind nicht wirklich neu gewesen, sondern haben Probleme auf den Punkt gebracht. Er ist auch ein bekannter Kolumnist der New York Times. Außerdem hat er ein Weblog (http://krugmanonline.com). Mit seinem Buch über die Asienkrise habe ich einige Jahre eine Fallstudie durchgeführt. In der Weltwirtschaftskrise (hierfür hat er sein Asienbuch aktualisiert) kritisierte er vor allem Peer Steinbrück und Österreich. 2010 warnt er vor Axel Weber an der Spitze der EZB und plädiert für mehr Konjunkturprogramme. 2007 erhielten die drei amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Leonid Hurwicz (starb im Alter von 90 2008), Eric S. Maskin (Princeton, 56) und Roger B. Myerson (Chicago, 56). Sie betrieben in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Grundlagenforschung bei der "Mechanismus-Designtheorie". Der Forschungsbereich gehört zur Vertrags- und Spieltheorie und befasst sich mit der effektiven Funktionsweise von Märkten, indem Ressourcenverschwendung verhindert werden soll. Es geht um die Frage, wie und mit welchen Verfahren Menschen die Verteilung knapper Ressourcen am besten organisieren. 2006 ging er an Edmund S. Phelps (geb. 1933) von der Columbia University in New York. Er untersuchte makroökonomische Zusammenhänge zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit (Rolle von Erwartungen der Wirtschaftssubjekte, Folgen von Maßnahmen gegen beide auf zukünftige Generationen - intertemporale Zielkonflikte -, Zinssenkungen zur Reduzierung der NRU, Kombilohn). Er erforschte auch Humankapital und beschrieb, wie sich Innovationen und neue Technologien ausbreiten. Schon 2005 erhielten die Spieltheoretiker R. Auman und T. Schelling den Preis. Im Jahre 1994 wurde  der einzige deutsche Ökonomie-Nobelpreisträger Reinhard Selten zusammen mit John Nash  (stirbt im Mai 2015) und Harsanyi ausgezeichnet für Leistungen in der Spieltheorie.  Auch der Friedensnobelpreis 2007 wird an Personen mit großer ökonomischer Relevanz verliehen: an Al Gore, den ehemaligen US-Vizepräsidenten, Umweltschützer und "Klimaprediger", und an den Weltklimarat (IPCC). Der Weltklimarat wurde 1988 vom Umweltprogramm der UN (Unep) und der Weltorganisation für Meteorologie in Genf gegründet (mehr dazu); er veröffentlicht im November 2007 seinen nächsten Bericht. Wichtigstes Ergebnis ist vorab, dass der Temperaturanstieg auf der Erde noch in diesem Jahrhundert bis 2099 um bis zu 6 Grad zunehmen kann. Al Gore hat 2009 wieder ein Buch zum Klimawandel veröffentlicht: Wir haben die Wahl (München: Riemann). Schon 2006 erhielt ein Wirtschaftsfachmann den Preis: der Gründer der Grameen - Bank Mohammad Yunus aus Bangladesch (Grameen=Dorf). Mit Kleinstkrediten kämpft diese Bank gegen die Armut. Er machte "microfinance" salonfähig.  "Geschenke machen träge", Muhammad Yunus, zur Begründung, warum seine Bank überhaupt Zinsen nimmt. Mitte November 2006 fand zu dem Thema in Halifax ein "Mikrokredit-Gipfel" statt. 2008 erschien von Yunus das Buch "Die Armut besiegen", in dem er die Gründung von Sozialunternehmen fordert. 2011 beginnt der Stern des Yunus-Imperiums zu verblassen. Er wird als Direktor der Grameen-Bank abgesetzt (Mikrokredite-Haie mit Wucherzinsen, mehr Einfluss für die Zentralbank). Daneben gibt es noch einen alternativen Nobelpreis. Dieser geht 2014 an Edward Snowdon, den US-Geheimdienstenthüller. "Ich will den Preis nutzen, um das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels zu stärken" Al Gore.

- Daneben gibt es weitere Ökonomenpreise. Bekannt ist der Gustav-Stolper-Preis in Deutschland. Den Preis vergibt der Verein für Socialpolitik. 2014 geht der Preis an Carl Christian von Weizsäcker (76, zuletzt Uni Köln, jetzt Bonner May-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern). Es gibt auch einen "Alternativen Nobelpreis". Er heißt korrekt Right Livelihood Award. Begründet wurde der Preis von Jakob von Uexküll, der dafür seine Briefmarkensammlung verkaufte. 2014 ist der Whistleblower Edward Snowden der Preisträger. 2015 bekommen die Bewohner der Marshallinseln (55.000) den Preis. Auf dem Bikini-Atoll wurden Versuche mit atomaren Waffen unternommen. Die FAZ untersuchte, welche Wirtschaftsforscher in deutschen Medien am meisten zitiert werden (Anzahl der Zitierungen 2015, FAZ): Hans-Werner Sinn lag vor Marcel Fratzscher, Clemens Fuest und Thomas Piketty. Der bdvb verleiht die Friedrich-List-Medaille an Ökonomen seit 1961. 2017 wird Hans-Werner Sinn damit für sein Lebenswerk ausgezeichnet (im Frankfurter Römer, erstmals wieder Preis nach sieben Jahren vergeben). Sinn hat sich nie von der Politik vereinnahmen lassen und immer zu aktuellen ökonomischen Problemen Stellung bezogen (Kaltstart, Ist Deutschland noch zu retten, Basarökonomie, Das grüne Paradoxon, Kasinokapitalismus, Target Salden). FAZ-Herausgeber Holger Steltzner bezeichnet Sinn in seiner Laudatio als "herausragenden Wissenschaftler, einen Kommunikator, einen klugen Kopf, der wirtschaftspolitische Debatten anstößt und sie mit so viel Hingabe führt, wie kein anderer Ökonom im Lande", siehe FAZ, Mo. 20.Nov. 2017, S. 19.

 

Erläuterungen zur Homepage bzw. Plattform:

- Das eigene Logo könnte für Wirtschaftskreislauf, Globalisierung, Interdisziplinarität, Transfer und Kommunikation stehen (mit Abgrenzung nach Rechts und Bodenhaftung; Symbol für Werners Web Welt). Dabei können die Farben stehen  für Blau-Wissen/Himmel/Wasser, Rot-Leben/Freude/Leidenschaft, Grün-Natur/Aufblühen/Hoffnung. Ich arbeite mit einem eigenen Logo, weil mit der Homepage Studenten verschiedener Hochschulen betreut werden und teilweise auch Richtung Blog mit immer mehr subjektiven Elementen gegangen wird. Im Text auf den anderen Seiten haben die Farben eine Layout- und Lesehilfefunktion: So werden mit "Grün" Sprüche und Zitate gekennzeichnet; mit "Blau" werden Texte durch Überschriften gegliedert, in "Rot" werden besonders wichtige Sachverhalte herausgestellt (Rot war ursprünglich in China dem Himmelssohn/Kaiser vorbehalten und steht heute auch für Revolution). Auf längeren Seiten dient die Farbe "Rot" auch Gliederungszwecken. Der Text ist in Dunkelgrau (in China die Farbe des Volkes).

- Das Wolfspur-Symbol steht für Individualität, Gespür, Distanz, Unabhängigkeit und Sozialität; nur für "Heulen" in der Wissenschaft soll es nicht stehen, da auch mehr "Klappern" zum wissenschaftlichen Handwerk gehört, welches Verhaltensmuster man auch als "Gackern" bezeichnet (Campus-Knigge).

- Das Blau ist die Farbe des Himmels (deshalb haben die Tempeldächer in China auch diese Farbe, am besten am Himmelstempel in der Verbotenen Stadt zu sehen) und ist außerdem angeblich auf weiß am besten und schnellsten zu lesen. Deshalb ist die Startseite auch versuchsweise in der Farbe "Blau" auf "Weiß". Die Pfingstrose (Päonie)), auch das Logo des Ostasieninstituts, stand sowohl im antiken Griechenland und Mittelalter ("Benediktinerrose") als auch im kaiserlichen China für Reichtum, Heilung (in China Gewinnung des Mudan Pi; Königin der Blumen) und weibliche Schönheit. Blau ist auch die Farbe des Wassers und der Distanz (auch Ruhe, Stille, Erholung in einigen Kulturen).

- Eine Seite (Öffentlichkeit/ Cult/Socio/Psycho) soll von den Nutzern mitgestaltet werden. Per Email oder im persönlichen Gespräch bitte ich um Ideen und Anregungen (ein direktes Feedback hat sich als nicht sinnvoll erwiesen). Probleme mit dieser Homepage/ Lernplattform und Kritik können Sie mir auch mitteilen. Nutzer kritisieren des Öfteren  Meinungsäußerungen (Blog) oder spezielle Informationen.  Darüber freue ich mich aber und trete gerne auch in Diskussionen ein.

- Wer Probleme mit der Informationsfülle und Übersichtlichkeit der Homepage und Plattform hat oder wer gezielt Themen sucht, sollte die Gliederungsseite "Sidemap" benutzen. Eine Suche nach Stichworten ist z. B. in Windows 7 mit dem Befehl Strg. + F möglich. Für eine optimale Usability  (Gebrauchstauglichkeit) fehlt mir die Professionalität und Zeit, ich bin nur "Hobby-Informatiker". Damit bitte ich auch die fehlende Barrierefreiheit zu entschuldigen. Wer bei mir als StudentIn in Veranstaltungen ist, bekommt Hinweise zu Links und lernt, meinem Denken zu folgen, so dass auch die Arbeit mit der Homepage einfacher wird. Mittlerweile liegt aber die Mehrheit der Nutzer außerhalb der Hochschule Ludwigshafen und außerdem im Ausland. Die Plattform hat aber nicht das Ziel, Suchsysteme oder Wikipedia zu ersetzen. Die individuelle Erfahrung und Systematik des Autors soll Lernenden helfen, wenn sie es wollen.

 

Homepage-/ Plattform-Statistik:

Diese Homepage hat 30.000 bis 50.000 Zugriffe pro Monat. Die weitaus meisten der Nutzer sind nicht mehr von der HS Ludwigshafen, also im Zusammenhang mit Präsensveranstaltungen von mir. Am begehrtesten sind die beiden Seiten - nach der Startseite (left/ ausgabe) - "links" (Links-Service) und "special" (Economics/special) vor "uebung" (Economics/ basic). Die Seiten "asien" (Asia & China; virtuell erreiche ich hier schätzungsweise 10 mal so viele Studenten/ Nutzer wie face-to-face an der Hochschule in dem entsprechenden Studiengang, aber auch Schnittmenge) und "casestud" (Casestudy/ Fallstudie)" folgen. Dann kommen "method" (Methoden/ Ökonometrie) und "sammel" (Public/ Kultur). Für meine Lehrveranstaltung  (nur um die 40 Studenten)  arbeite ich von mir aus nur mit den Seiten "uebung" (Economics/ basic), "special" (Economics/ special) und "method" (Methoden, Ökonometrie) sowie "casestud" (Fallstudie). Die wenigen Studenten mit Abschlussarbeiten, die ich noch betreue, arbeiten mit der Seite "diplom" (Thesis/ Abschlussarbeit). Die eher personenbezogenen Seiten "ego" (Dozentenprofil), "projekt" (Research/ Forschung), "vorles" (Lehre/ Courses) und "laden" (Mercator) liegen in der Rangfolge der Zugriffe naturgemäß hinten. Im Zuge der Umwandlung zu einer reinen E-Learning-Plattform werden diese Seiten weiter zurückfallen. Nach Deutschland ergibt sich folgende Ordinalskala der Nutzer nach Regionen: Nordamerika, Europa/ insbesondere Osteuropa, Asien. Übersetzungen nehmen die Besucher mit Programmen vor, die immer besser werden. Die Rangfolge der Browser ist in diesem Zusammenhang uninteressant.

 

"Float like a butterfly, sting like a bee", Muhammad Ali.

                                Der schwarzfleckige Bläuling findet sich sowohl in Asien als auch in Europa. Er ist wie ein Grenzgänger. Staaten und Menschen tun sich schwer mit der jeweils anderen Welt.  "Der  Schmetterling Du farbig weiches Wehen, das mir vom Paradiese kam, wie fremd muss ich und voller Scham vor deinem tiefen Gottesglanz mit spröden Augen stehen! Feldeinwärts ward getrieben der weiß´ und rote Schmetterling, und da ich träumend weiterging, war mir vom Paradiese her ein stiller Glanz geblieben."    Hermann Hesse               

 

Impressum:

Copyright ( c ):

Werner Krämer, 1996-2019, all Rights reserved. Auch Link-Sammlungen sind datenschutzrechtlich abgesichert. Für die Vervielfältigung, Wiedergabe, Verarbeitung bzw. Einspeisung (auch Zwischenspeicherung) der Inhalte muss die schriftliche Zustimmung des Urhebers eingeholt werden. Der Zugriff durch automatisierte Verfahren zum Zwecke des Speicherns, Weiterverarbeitens usw. ist untersagt. Entnahme von Informationen mit Quellenangabe und Verlinkung sind erlaubt.         

Urheber/ Autor :

Web-Design und Web-Programmierung (Layout, Technik) und Internetredaktion (Inhalt): Werner Krämer. Geburtsstunde des WWW allgemein war der August 1991 (das "Ältliche" der Homepage ist insofern gewollt und nostalgisch zu sehen). Richtig los ging es 1993 mit 15 Mio. Nutzern weltweit. Im Jahre 1996, als ich als einer von 68 Mio. Nutzern mit meiner Domain eingestiegen bin, gab es die "Internet World Expo", die erste Weltausstellung im Internet. Ich unterstütze EU-Pläne zur Reform des Urheberechts im digitalen Zeitalter ab 2018.

Dienstliche Adresse:

Prof. Dr. Werner Krämer, Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, D - 67059 Ludwigshafen am Rhein, Ernst - Boehe - Straße 4, Raum E 1027 (Postbankgebäude, Nähe Cafeteria), Fax: 0621/5203-162. Sie können mich auch per Email erreichen. Auf der Homepage der Hochschule gibt es eine Anfahrtsskizze. Die private Adresse ist bewusst nicht angegeben.                      

Disclaimer und Haftung, Datenschutz:

Für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Qualität der Informationen auf dieser Site übernehme ich keine Gewähr. Für Schäden, die aus der Nutzung dieser Seiten erwachsen, übernehme ich keine Haftung. Die gilt für unmittelbare und mittelbare Schäden. Ich bin aber bemüht, für die Richtigkeit und Aktualität aller auf der Domain enthaltenen Informationen und Daten zu sorgen. Über urheberrechtliche Änderungen kann ich mich nicht ständig informieren (aber Sonderstellung des wissenschaftlichen Zwecks im Urheberrecht, Zitatrecht), unterlasse aber auf Hinweis schnellstmöglich entsprechende Texte. Ausnahmen für wissenschaftliche Seiten sind sowieso geplant (als erstes wohl in Österreich). Sollten auf Seiten, zu denen ein Link (externe Links) besteht, unerwartet rechtswidrige Hinhalte enthalten sein, so distanziere ich mich davon (da es sich um "lebende", dynamische Verweisungen handelt, ist eine ständige Kontrolle nicht möglich). Bei "toten Links" führe ich eine Korrektur nach einem Email-Hinweis durch. Sind unbeabsichtigt personenbezogene Daten (oder Identifizierungsmöglichkeiten), die dem Datenschutz unterliegen, auf der Website, so werden diese nach einem entsprechenden Hinweis unverzüglich gelöscht. Die Homepage bzw. Plattform dient nur persönlichen Zwecken, so dass ich von den Regelungen der DSGVO, die ab 25. Mai 2018 in Kraft tritt, ausgenommen bin. Trotzdem erkläre ich, dass die Website weder Werbung, noch Cookies oder Analyse-Tools enthält. Sie hat auch keine gewinnorientierten Ausschnitte oder Seiten. Ausnahme sind Analysen im Rahmen des Rahmenbetreibers "Deutsche Telekom". Für diese trägt die Deutsche Telekom als Provider die Verantwortung.  

Mit anderen Worten (Kommentar):

Es handelt sich um individuell gestaltete Seiten (persönlich bzw. privat und selbst verwaltet, im Rahmen der Hochschule durch Link angesiedelt) mit Informations-, Ergänzungs- Motivations- und Dienstleistungsfunktion, in erster Linie für StudentInnen in aller Welt (Hauptzielgruppe; mittlerweile viele andere Nutzer). Reputation muss heute darüber hinaus aktiv im Internet ("Web-Visitenkarte", "Internet-Leumund", "Netz-Image", satirisch: "Interlaus") mitgestaltet werden. "Jeder Mensch gilt in der Welt nur so viel, als er sich selbst geltend macht", Knigge. Die Homepage bzw. Plattform bietet neue, nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, die zunehmend von vielen Kollegen ausgereizt werden. Längerfristig wird eine noch umfassendere Lernplattform ("Blended Learning") und in Elementen eine Art "Blog" ausgebaut.  Damit wird ein Informationsverhalten "on demand" (asynchrone Kommunikation) für die StudentInnen ermöglicht. Als sehr nützlich hat sich die Homepage auch für StudentInnen im Ausland erwiesen (Praktikum, Auslandssemester, insbesondere bei Management Ostasien/IBMEA). Im Informationszeitalter sollte man den Studenten auch helfen, "Empowerment" für eine qualitative Nutzung des Internet in den Wirtschaftswissenschaften zu entwickeln (dies versuche ich insbesondere mit den Links und Hinweisen in den Veranstaltungen). Open Science wird sicher in Zukunft an Bedeutung gewinnen zusammen mit Open Access, wie sie diese Homepage bietet (wird in Zukunft auch bei der Karriere von Wissenschaftlern der Ökonomie berücksichtigt werden). Der Inhaber ist  - wie die meisten Pädagogen - ein Menschenfreund, der an das Gute glaubt und mit dieser Homepage etwas nachhelfen will. Er will niemandem etwas Böses (getreu der buddhistischen Metapher von den drei Affen, die sich Ohren, Augen und Mund zuhalten: sie bedeuten "Nichts Böses hören, nichts Böses sehen , nichts Böses sprechen"), so wie diese "Site" für meine StudentInnen auch nicht verpflichtend ist.  Für die Autorenschaft der Sprüche und ökonomischen Zitate, die zum Original-Lesen anregen, das Personelle und den historischen Zeitbezug der Wissenschaft vermitteln sowie das Universelle der Kulturen aufzeigen und auflockern sollen, kann ich nicht in jedem Falle die Gewähr übernehmen. Ich bin auch nicht in der Lage, Urheberrechte in Perfektion zu überblicken (wegen der starken Dynamik und Intransparenz), Unterlassungswünschen komme ich schnellstmöglich nach (dabei sind immer wissenschaftliche, nicht gewerbliche, Zwecke mit einem Sonderrecht/ Zitatrecht zu tolerieren). Den "Geier-Anwaltsbüros" (bevorzugter Sitz und Korruptionsplattform war Hamburg; hier habe ich einige Kämpfe hinter mir) ist zum Glück gesetzlich das Handwerk gelegt worden. Web 2.0-Elemente sind mir im Moment noch zu ineffizient, sie werden sich aber durch eine verstärkte zukünftige Präsens in Sozialen Netzwerken ergeben. Meine Seiten werden zunehmend von Studentinnen und Studenten anderer Hochschulen und anderen Nutzern, auch im Ausland (weil die Übersetzungsprogramme immer besser werden), besucht. Für Hinweise auf inhaltliche Fehler oder Verbesserungsvorschläge bin ich sehr dankbar. Insofern sind diese Seiten inzwischen mehr Plattform als Homepage.

Eine Garantie dafür, dass die Homepage nicht auf erwartete zukünftige Misserfolge, verschlafene Vorträge, Urlaubsbilder (Ansätze sind schon da) und Selbstdarstellung von privaten Hobbys - wie bei vielen amerikanischen Kollegen üblich - ausgedehnt wird, kann nicht übernommen werden.

Ökonomische Aspekte:

Auch eine Art VWL - Lehrbuch wird seit einigen Jahren aus einigen Bausteinen unkonventionell aufgebaut, da die Dynamik des Faches (jeder Ökonom hat Schwierigkeiten in der Finanz- und Weltwirtschaftskrise und der hohen Volatilität generell, mit den realen Entwicklungen Schritt zu halten) und der Bedarf an Aktualität in diesem Fach nicht mehr mit Büchern gedeckt werden kann. Zusätzlich  ist jeder Professor heutzutage auch eine Ich - AG, der seinen eigenen Namen und sein privates Netzwerk pflegen muss (siehe oben). Das Internet ist auch deshalb so effektiv und effizient, weil man die Menschen nicht gut kennen muss, um mit ihnen ein Netzwerk zu bilden. Der Preis meiner Nachrichten im Internet tendiert gegen Null (Öffentliches Gut?, schon John Rawls verteilte seine Skripte kostenlos in Harvard). Dies ist möglich, weil auch meine Kosten gegen Null gehen (ökonomisch ist dieser Prozess sehr kompliziert, denn bekanntlich ist Nichts umsonst, vgl. die folgenden Ausführungen). Diesen Mechanismus hat der Chefökonom von Google  Hal Varian in seinen "Information Rules" beschrieben (mittlerweile betreut er ein Weblog; bekannt geworden ist der Berkeley-Professor durch ein Lehrbuch der Mikroökonomik. Er beruft sich auf die alte Begründung von Samuelson mit den Grenzkosten gleich Null bei öffentlichen Gütern. Diese mikroökonomische Begründung stellt meiner Ansicht nach eine Rechfertigungsideologie dar, theoretisch und praktisch gibt es auf längere Sicht keine Grenzkosten gleich Null). In der Internetökonomie kommen die Grenzkosten aber nahe Null (bei natürlich bestehenden Fixkosten). Dieser Mechanismus spielt in der Share Economy eine große Rolle und wird die Wirtschaft revolutionieren. Varian hat auch den Auktionsmechanismus für Google entwickelt, der die Werbung passend zu den Suchbegriffen einblendet (Die Hälfte der Werbung wird zum Fenster hinausgeworfen. Im Internet weiß ich, welche Hälfte das ist", Hal Varian). Vgl. auch einen Artikel in der FAZ, Di., 23. Juni 2009, S. 19. Werbung ist auf absehbare Zeit bei mir nicht beabsichtigt (es gibt immer wieder Anfragen für Product-Placement oder Kooperation mit US-E-Learning - Systemen ), obwohl die Seite sehr stark frequentiert wird (s. Google und andere Suchsysteme; Nutzerstatistik). Vgl. auch meinen Abschnitt  Stellenwert des Internet auf der Seite "Fallstudie/ E-Learning". Dem Internet gehört sicher die Zukunft als Lernmedium. Es befreit auch den Wissenschaftler von einengenden Sanktionen nicht so innovativer bzw. inkompetenter Kollegen oder von dem Beitritt zu  Zitierkartellen. Ironischerweise haben sich auch heutige Internet- und IT- Giganten wie Google, Apple und Microsoft einst auf die Freiheit  des individuellen PC und Internets berufen. Zum Glück bin ich zu alt, um entsprechende erfolgreiche Start-ups gründen zu können.

 

"Während er aber den Stoff bereitlegen wollte für andere, die Geschichte zu schreiben beabsichtigen, hat er eher den Toren einen Dienst erwiesen, die nun versuchen werden, seine Texte mit der Brennschere aufzufrisieren", Cicero (106 - 43  v. Chr., römischer Staatsmann, Schriftsteller und Redner, eigentlich Marcus Tullius. Cicero, der Beiname, bedeutet "Kichererbse") über "De Bello Gallico" von Caesar. Im Jahre 2007 ist ein interessantes Buch über beide erschienen: G. Haefs, Caesar, München. Hier finden sich auch kreative Finanzierungsmodelle, die zeigen, das alles schon mal war.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Präsens in Sozialen Netzwerken (zum Teil noch im Aufbau): LinkedIn, Facebook, Whats App.